Spielberichte Herren 1 2018


06.05.2018: Spiel 1 gegen TC RW Tiengen 1

TC Nicolai Konstanz unterliegt "richtig professionellem" TC RW Tiengen in mäßig spannender Auftaktpartie


"...sind die aufgestiegen?" - "Ja die sind aufgestiegen...". Ein für den Spieltag bezeichnender Wortwechsel zweier Tiengener Anhänger, für die der Klassenunterschied beim 1:8 gegen den TC RW Tiengen, trotz regem Bemühen der Nicolaier Akteure, offensichtlich nicht zu übersehen war. Mit kurzem Blick auf die Meldeliste der Tiengener war jedoch schnell klar, dass dies keineswegs eine Schande für die Gäste aus Konstanz darstellte, zumal die Regelung, dass für jede Mannschaft zwei sogenannte "Ausländer" auflaufen dürfen, spätestens in der Oberliga zum Brauch wird. Der TC Nicolai hingegen ließ die beiden Ausländerpositionen am vergangenen Sonntag abermals unbesetzt. Statt auf zugekaufte Manpower setzte dieser vielmehr auf Homogenität innerhalb der Truppe und lief wie folgt auf:  

1. David Rebholz

2. Dennis Beermann

3. Dominik Bertsche

4. Fabian Pfaff

5. Sebastian Hellmeier

6. Joshua Demmler

Den Anfang machten wie gewohnt die Positionen Zwei, Vier, Sechs.

Kapitän Beermann, welcher in der deutschen Herren 30 - Rangliste aktuell nur läppische 104 Positionen hinter Mischa Zverev geführt wird, hatte mit dem Schweizer Yannik Kälin das Vergnügen. Dieser gab erwartungsgemäß den Ton an. Mit schnellem Grundlinienspiel setzte er Beermann ein ums andere Mal mächtig unter Druck. Doch Beermann schlug sich wacker und wollte den crowd-finanzierten Tennisprofi nicht davonziehen lassen. Beim Stand von 4:5 versäumte der Konstanzer allerdings die einmalige Möglichkeit auf 5:5 auszugleichen, woraufhin Kälin den Satz eiskalt zumachte. Der zweite Durchgang verlief in ähnlichem Stile, wobei Kälin auf 5:2 davonziehen konnte. Beermann erholte sich von diesem Rückstand nicht mehr und musste den zweiten Satz folglich mit 3:6 abgeben. 

Vagabund Pfaff schien den Nicolaiern zunächst mehr Hoffnung zu machen. Die oftmals ewige Suche nach seinem Rhythmus fiel an jenem Tag kurz aus und so konnte er Simon Glöckner direkt vom ersten Punkt an sein vorhandbetontes Spiel aufzwingen. Glöckner hingegen brauchte einen Moment um sein Spiel und die Schwächen seines Gegenübers ausfindig zu machen. Schnell stand es 3:0 für Pfaff, doch spätestens nachdem er die Chance zum 4:1 leichtfertig herschenkte war Glöckner im Spiel. Die Partie kippte. Glöckner gelang es immer häufiger Pfaff auf seiner schwächeren Rückhand zu halten. Die Ballwechsel gestalteten sich lang, zumeist jedoch mit besserem Ausgang für Glöckner. 3:6 2:6 lautete schließlich der Endstand zugunsten des Tiengeners.

Joshua Demmler an Position Sechs musste leider zu erkennen geben, dass er seiner Bestform noch deutlich hinterher lief. In keinem der beiden Sätze gelang es ihm Zugang zur Partie zu bekommen, wobei hier gewiss auch die solide Spielweise von Marvin Kromer eine erwähnenswerte Rolle spielte. Die 0:6 1:6 Niederlage kommentierte Twingofahrer Demmler anschließend kurz und knapp mit den Worten: "Das war Nix!".

Mit 0:3 aus Sicht des TC Nicolai ging es in die zweite Einzelrunde. Pfaff versuchte seinen Teamkollgen Rebholz, Bertsche und Hellmeier zwischenzeitlich mit mahnenden Worten einzutrichtern, wie wichtig ein 3:3 Zwischenstand doch wäre, sollte man die Partie noch für sich entscheiden wollen.

An Position Eins gab David Rebholz sein Comeback für den TC Nicolai. Mit dem Schweizer Oliver Mrose wartete eine echte Hausnummer auf ihn. Rebholz konnte dem Powerplay des Tiengener Spitzenspielers anfangs noch entgegenwirken, musste sich auf lange Sicht jedoch deutlich und chancenlos mit 2:6 2:6 geschlagen geben. "War in Ordnung. Gegen den hab ich keine Chance. Dank der schnellen Niederlage habe ich so wenigstens noch Zeit meiner Lieblingsbeschäftigung abseits des Platzes nachzugehen, ehe es dann in die Doppel geht", bewertete Rebholz tief durchatmend die Situation.

Dominik Bertsche hatte das Vergnügen mit dem frisch betitelten Vizebezirksmeister Leon Back. Der erste Satz nahm einen eher seltsamen Verlauf an. Keiner der beiden wusste sich zu profilieren. Bertsche nicht, da Backs Grundlinienspiel zu druckvoll war um in den Ballwechsel zu gelangen. Back nicht, da sein Grundlinienspiel zu druckvoll war um fehlerfrei zu bleiben. Am Ende war es ein frühes Break welchem Bertsche hinterherlief und welches Trainersohn Back nicht mehr zurückgab. Im zweiten Satz gelang es Back seine Fehlerquote deutlich zu reduzieren, womit er es Bertsche immens schwer machte. 0:6 musste er den zweiten Satz schließlich an Back abegeben.

Auch Appener Sebastian Hellmeier hatte mit dem frisch betitelten Herren 30-Bezirksmeister Klaus-Daniel Umland ein schweres Los gezogen, denn wie jeder im Nicolaier Aufgebot befand sich auch Helle nicht gerade am Hochpunkt seiner Leistungskurve. Der Ausruf: "...nicht eine mutterge....te Dublette am Freitag im Training, und heute? Acht bereits", nach verlorenem ersten Satz sprach Bände über Hellmeiers Leistung. Mit 1:6 1:6 reihte er sich anstandslos in die lange Liste von Zweisatzniederlagen ein.  

Ohne Satzgewinn in die Doppel zu gehen war für die Jungs vom TC Nicolai Neuland. Ein Grund mehr sich als doppelstarke Aufstiegstruppe zu präsentieren. Die größte Hoffnung auf den Ehrenpunkt setzten die Herren dabei auf die in den Medenspielen bislang noch ungeschlagene Paarung Bertsche/Hellmeier. Diese bekamen es mit Kromer/Ohl zu tun, einer sicherlich nicht unschlagbaren Paarung. Während Rebholz/Pfaff das Bollwerk Mrose/Glöckner zu durchbrechen versuchten, durften sich Beermann/Demmler den wuchtigen Schlägen von Kälin/Back stellen.

Rebholz/Pfaff war seinen Gegenübern nicht gewachsen. Bertsche/Hellmeier hingegen gelang in überraschender Deutlichkeit der erste Matchgewinn für die Nicolaier. Beermann/Demmler käpften sich immerhin bis in den Matchtiebreak, welchen sie jedoch mit 5:10 hergeben mussten.  

Trotz der deutlichen 1:8 Niederlage versäumten es die Jungs um Kapitän Beermann nicht, den Spieltag bei kaltem Bier nochmal entspannt revue passieren zu lassen. "Noch ist nicht die Zeit für Überraschungen" versuchte Pfaff seine Teamkollegen zu ermutigen. Schließlich war auch die heutige, deutliche Niederlage keineswegs von überraschendem Charakter.  

Die Herren 1 des TC Nicolai möchten nochmals alle Anhänger und Freunde dazu aufrufen, ihnen bei den Heimspielen am 17.06, 24.06 sowie am 08.07 die nötige Unterstützung zu zollen.

Vielen Dank!

06.05.2018: Spiel 2 gegen TC Mengen 1 

TC Nicolai gewinnt Tennis-Fußball-Trink-Triathon in Mengen mit 2:1


Das Wochenende begann nicht gut für die 1. Herrenmannschaft des TC Nicolai: ein ins Wasser gefallenes Abschlusstraining und der Ausfall von Teamkapitän Dennis Beermann trübten bereits am Freitagabend die Stimmung. Während der strömende Regen wenigstens das lange geplante Mannschaftsfoto mit dem neuen Hauptsponsor Jürgen Maus zuließ, fing sich der Wigishoff-Nachfolger durch fahrlässige Ernährung selbst verschuldet eine heftige Magen-Darm-Verstimmung ein, die ihm nachts den Schlaf raubte und eine speifreie Anreise nach Mengen unmöglich machte. So musste der traditionell kleine TCN-Kader bereits am zweiten Spieltag voll ausgereizt und der Pfälzer Neuzugang Gennadi Styckel kurzfristig von den Herren 30 zur ersten Mannschaft abgezogen werden. Wer die Akteure der beiden betroffenen Mannschaften kennt, ahnt bereits, dass dies keineswegs geräuschlos von statten ging. Der lebensfrohe Rheinländer gab selbst handgezählte 125 WhatsApp-Nachrichten in drei verschiedenen Gruppen an, die zum Austausch von Argumenten nötig waren, bevor der erste Einsatz Styckels für die aktive Mannschaft des TCN beschlossene Sache war.

Nichtsdestotrotz sollte dieser Vorlauf, auf den alle Beteiligten gerne verzichtet hätten, beim Auswärtsspiel im Freiburger Umland ausgeblendet werden, um zu versuchen, die rote Laterne der Oberliga los zu werden. Diese Unternehmung starteten Dominik Bertsche, Gennadi Styckel und Joshua Demmler für die Gäste. Bertsche, der durch Beermanns kurzfristiges Fernbleiben noch eine Position weiter vorn spielen musste als ohnehin, hatte erwartungsgemäß mit einem signifikant geringeren Schlagtempo als sein Gegner Bastian Bross zu arbeiten. Zwar ackerte der Promotionsstudent in gewohnter Manier bis in die äußersten Ecken der Platzumrandung, doch begrenzte die just genannte  Limitation in Sachen Schlaghärte und –länge seinen Einfluss auf das Match merklich. In sich ähnelnden Ballwechseln kam Ranglistenspieler Bross zu einem selten gefährdeten 6:3/6:2-Erfolg und brachte den Gastgeber in Führung. Zeitgleich versuchte der lizenzierte B-Trainer Styckel auf dem Nebenplatz, die Diskussionen der Vortags, seine unzähligen Seminare, Hausarbeiten und Praktika sowie seine hartnäckigen Achillessehnen- und Schulterprobleme hinter ich zu lassen und seinem Kontrahenten Felix Göpper Paroli zu bieten. Der sympathische Neu-Konstanzer, der in den kommenden Wochen den dritten Umzug innerhalb von neun Monaten vor der Brust hat, kämpfte sich in einer sehenswerten Begegnung von einem 2:5-Rückstand zurück in den Tie-Break, den er trotz Satzbällen höchst unglücklich abgeben musste. Zwar rieb sich Styckel auch weiter an seinem Gegner und kämpfte um jeden Punkt, doch machte ihm mit fortwährender Spieldauer auch sein Trainingsrückstand zu schaffen, so dass er Satz zwei recht deutlich abgeben musste. Vor den Augen seines Großvaters war es für den Ex-Mengener Joshua Demmler kein Spiel wie jedes andere. Er wollte gegen seine alten Mannschaftskameraden zeigen, was er am Bodensee gelernt hat, was ihm vor allem zu Beginn des Aufeinandertreffens mit Alexander Flamm auch gelang. Doch leider sorgte ein verschlagener Überkopfball aus einfachster Position beim Spielstand von 3:2 und Breakball für einen Bruch im Spiel Demmlers. „Ich habe es mental einfach nicht auf die Reihe gekriegt meine Chancen zu nutzen. Wenn Du so viele Spielbälle ungenutzt lässt, wird das in dieser Liga gnadenlos bestraft“, so der sichtlich geknickte Jurastudent, nachdem er seinem Gegenüber zum letztendlich deutlichen Zweisatzerfolg gratuliert hatte. Noch war nichts verloren, hatten die Seehasen doch noch das Battlefield-Traumduo Rebholz/Hellmeier sowie Exil-Schwabe Fabian Pfaff in der Hinterhand. Spitzenspieler und Mannschaftsküken Rebholz versuchte, mit Hilfe von einer Mischung aus knallharten Grundschlägen und häufig eingestreuten Stoppbällen seinem Widersacher Dario Huber jeglichen Rhythmus zu nehmen. Dieses Unterfangen war zeitweise auch von Erfolg gekrönt, doch der hochprofessionelle Eidgenosse Huber kristallisierte sich nach einer ausgeglichenen Anfangsphase als der solidere Akteur heraus. Schlussendlich nahm der vom TC Markdorf zurück gekehrte Rebholz, auf dessen Anzahl an gespielten Stopps selbst Benoit Paire stolz gewesen wäre,  eine 3:6/2:6-Niederlage mit in seine neue Wahlheimat Schwenningen. Deutlich mehr Ehrfurcht zu Beginn des Matches zeigte Rebholz‘ Baller-Kumpane Sebastian Hellmeier. Der Genosse erschien zunächst sowohl von der Statur seines Gegners Martin Bürkle als auch von dessen Aufschlaggeschossen in Überschallgeschwindigkeit eingeschüchtert zu sein. Nach diesem holprigen Start merkte das hochgewachsene Nordlicht jedoch, dass es mehr als nur mithalten konnte, wenn der Ball einmal im Spiel war. Leider kam diese Einsicht etwas zu spät und erlaubte es dem angehenden Doktor der Politikwissenschaften nicht mehr, die benötigte Konstanz in sein Grundlinienspiel zu bekommen. Am Ende stand eine 2:6/4:6-Pleite zu Buche, die der Heimmannschaft früh den zum Gesamtsieg benötigten fünften Punkt des Tages einbrachten. Der von der Sonnenstrahlung sichtlich gerötete Hellmeier äußerte sich im Anschluss folgendermaßen: „Ich will jetzt nicht alles schlecht reden, aber 1,5 Stunden Eimertraining für den Aufschlag haben bei mir einen Effekt von exakt Null. Das mache ich nicht mehr. Ansonsten kann ich mir selbst eine ordentliche Leistung attestieren.“ Die Tatsache, dass die Begegnung bereits entschieden war, minderte die Motivation des jüngst in den Breisgau umgezogenen Fabian Pfaff keineswegs, schließlich sollte endlich der erste Satzgewinn im Einzel eingefahren werden. Vollgepumpt mit Omega-3-Fettsäuren und Kalium kam Pfaff gegen seinen ihm optisch ähnelnden Gegenspieler Jonas Metzger überraschend schnell in seinen gewünschten Schlagrhythmus und lieferte ein respektables Match ab. Jedoch war das gutklassige Match von einer schwachen Chancenverwertung beiderseits geprägt. In einer lange andauernden Partie konnte die Allzweckwaffe des TCN seine überlegene Fitness leider nie in eine Führung ummünzen. Ein Doppelfehler beim achten (!) Matchball Metzgers besiegelte die 5:7/6:7(4)-Niederlage und machte den 0:6-Rückstand nach den Einzeln perfekt. „Ich dachte eigentlich, wir spielen in Meeengen auf der Schwäbischen Alb. Dort wäre es mindestens 15 Grad kälter gewesen. Mit meinem Spiel bin ich trotz der kurzfristigen Umstellung recht zufrieden. Immerhin ist mir schon wieder bei der Rückhand die Saite gerissen. Das zeigt, dass die Power immer mehr zurück kommt“, so der schweißgebadete Topspinfighter unmittelbar nach dem Handschlag.

Auch in den anschließenden Doppelpaarungen war für die Seehasen kein Satz zu holen. Rebholz/Demmler, Bertsche/Hellmeier und Pfaff/Styckel unterlagen allesamt in zwei Durchgängen. Besonders schmerzte es das akademische Duo Bertsche/Hellmeier, das deutlich seine Grenzen aufgezeigt bekam, den Nimbus der Unbesiegbarkeit abgeben musste und eine harte Bruchladung auf dem Boden der Tatsachen erlitt. „Es ist soweit, jetzt haben wir verloren. Mund abputzen, weiter machen. Nächste Woche im Training holen wir uns Beermann/Pfaff und dann holen wir sie uns auch. Unsere Doppelform scheint irgendwo zwischen Tremosine und Konstanz aus dem Kofferraum gefallen zu sein“, so Sportwart Bertsche mit einem Augenzwinkern.

Nachdem die Wettkämpfe auf der roten Asche beendet und die knurrenden Mägen mit Köstlichkeiten vom Grill gefüllt waren, ging der TCN als klarer Sieger aus den Runden zwei und drei – Lattenschießen auf dem benachbarten Fußballplatz und Humpentrinken auf der Terrasse – des sportlichen Vielseitigkeitswettbewerbs hervor. „Der Stiefel war mit Colaweizen gefüllt. Das trinken wir normalerweise nicht, was schon ein kleiner Nachteil war. Allerdings haben wir uns taktisch geschickt angestellt, so dass alle Humpen von unseren Gastgebern bezahlt wurden. Vielen Dank dafür und die gesellige Runde beim TC Mengen“, so Demmler, der Teile der Mannschaft anschließend noch zur mitternächtlichen Erfrischung im Pool des heimischen Gartens seiner Eltern einlud.

Am Ende steht die Mannschaft trotz fünf intensiven Trainingstagen am Gardasee mit ganz leeren Händen da. Dennoch ist die Turbenriedauswahl guter Dinge, bei der Rückkehr des rekonvaleszenten Mannschaftsführers Beermann in den kommenden Heimspielen mehr ausrichten zu können. Das erste Oberligaheimspiel im aktiven Herrensport in der Vereinsgeschichte des TC Nicolai findet am kommenden Sonntag ab 11 Uhr an der Jakobstraße statt. Die Erben Wigishoffs freuen sich über jeden wohlgesonnenen Schaulustigen, der diesen historischen Tag mit der Mannschaft teilt und die Racketcracks lautstark nach vorne peitscht.

17.06.2018: Spiel 3 gegen TSG Lahr/Emmendingen 1  

Nicolaier Blitzstart bringt Lahr/Emmendingen ins Wanken, nicht aber zu Fall

Premiere. Die Turbenried-Truppe fungierte am gestrigen Sonntag zum ersten Mal als Gastgeber in der Herren Oberliga.

Um Punkt 10 Uhr war alles vorbereitet. Es war Zeit für das mannschaftsinterne Einspielen.

Eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung lag in der Luft. Dies zeigte sich bereits beim Einspielen. Schnell wurden bei der hochmotivierten Turbenried-Truppe Winkelschläge, Stopps und Gewinnschläge eingestreut. Nach 20 Minuten war dieses Spektakel beendet.

 

Mit der Teamansprache: „Jungs! Die holen wir uns und dann holen wir sie auch! Verstanden?!“ durch Neu-Mannschaftsführer Beermann, die eine Hommage an seinen Vorgänger darstellte, wurde der Beginn der Einzel eingeleitet.

 

An Position 2 begann der noch letzte Woche krankheitsbedingt ausgefallene Dennis Beermann (LK 3 und DTB Herren-30 105).

Er bekam es mit dem Nachwuchsstar der TSG Luca-Leon Mack (LK 1 und DTB Herren 308) zu tun.

Dieses Aufeinandertreffen hatte der Nicolaier Mathe-Crack schon im Voraus genauestens analysiert und für jedes Alternativverhalten Macks eine Taktik zurechtgelegt.

Dies zeigte Erfolg.

Nach einer eng umkämpften Anfangsphase gelang Beermann das frühe Break, das ihm zusätzliche Sicherheit zu geben schien.

Lehrbuchartig verteilte er mit einer beeindruckenden Selbstsicherheit die Bälle, was dem jungen Mack sichtlich die Nerven raubte. Gegen diese beispiellose Vorstellung Beermanns fand Mack keine Mittel.

So kam es zu einem soliden 6:3 6:2 Sieg Beermanns.

 

Pfaff (LK 6) stand Adrian Sexauer (LK 2) gegenüber.

Arbeitstier Pfaff, der aus beruflichen Gründen nach Freiburg übersiedelte, zeigte, dass man auch ohne viel Training eine grandiose Leistung abliefern kann.

Wie gewohnt fiel er durch seine peitschenhiebartige Vorhand auf, überraschend war allerdings seine beidhändig durchgezogene Rückhand, die ihn in der Vergangenheit immer wieder verließ und durch einen Slice verdrängt werden musste.

Mit einem furiosen Start schoss und lief er sich zum 6:1 im ersten Satz. Folgerichtig analysierte Sexauer: „Gegen diesen Typ muss man jeden Punkt sechs Mal gewinnen!“.

Dies zeigte Wirkung. Sexauer, der bis zu diesem Zeitpunkt keinen Zugriff auf das Spiel hatte, konnte selbst mehr Akzente setzten und sicherte sich, unter anderem mit vielen Stopps, den zweiten Satz mit 6:2.

Den Matchtiebreak entschied der nervenstarke Pfaff mit 10:6 zu seinen Gunsten.

 

Das dritte Einzel der ersten Runde bestritt Demmler (LK7) gegen Luiz Weller (LK5).

Der in den bisherigen Medenspielen nervös und unruhig wirkende Demmler entscheid sich Maßnahmen zu ergreifen um sein offenbar instabiles Nervenkostüm loszuwerden.

Er widersetzte sich gar dem Mannschaftsführer, der den Treffpunkt auf 9 Uhr taxieren wollte, um genug Zeit zur Meditation und Entspannung zu haben.

Glücklicherweise warf diese Vorbereitung direkt Früchte ab.

In nur aus dem Training bekannter Manier diktierte er das Spielgeschehen und sicherte sich mit nur in der Schlussphase auftretenden Nervositätserscheinungen sowohl den ersten gewonnen Satz im Einzel als auch das erste gewonnene Match des TCN in dessen Herren Oberliga Historie. Der Endstand 6:1 und 6:3.

 

Zwischenstand nach der ersten Einzelrunde 3:0 für die Hausherren.

Damit hat wohl niemand gerechnet. Erst recht nicht die TSG aus Lahr/Emmendingen, die in ihrer Mannschaftsansprache mit einem 9:0 gegen den bisher als Kanonenfutter geltenden Aufsteiger rechnete.

 

Weiter ging es mit dem Einzel des Kükens der Turbenried-Truppe, David Rebholz (LK 3).

Er versuchte seinem Widersacher Matej Kracik (LK 1) aus Tschechien das Leben schwer zu machen.

Dies gelang dem leidenschaftlichen Benoit Paire-Nachahmer des TCN, der ungewöhnlich selten seinen Signature Move, den Stopp, einsetzte, besonders im zweiten Durchgang.

Durch gute Aufschläge und kontrolliertes aber temporeiches Grundlinienspiel, führte er das ein oder andere Selbstgespräch seines Gegners herbei.

Leider genügten seine Bemühungen gegen einen Gegner, der besonderes durch unglaubliche Länge in seinen Grundschlägen und eine ausgezeichnete Beinarbeit auffiel, nicht um das Match an sich zu reißen. Das Endergebnis 2:6 3:6.

 

Dominik Bertsche (LK 6) aka Sandplatzwühler bekam es mit Miguel Valenzuela (LK1) zu tun.

Bertsche gelang es besonders zu Beginn des ersten Satzes durch sein unkonventionelles Spiel und seine fußballerischen Lauffähigkeiten seinen Gegner an den Rand eines Nervenzusammenbruchs zu bringen. Leider fand Valenzuela immer mehr ins Spiel und konnte, mitverschuldet durch eine nicht vorhandene Länge in den Grundschlägen des Nicolaier Promotionsstudenten, mit seiner Vorhand das Spiel letztendlich für sich entscheiden. Daran konnte auch das äußerst euphorische, teils parteiische Publikum der Herren 30 nichts ändern. Das Endergebnis 3:6 1:6.

 

Das letzte Einzel des Tages bestritt der Hoffnungsträger des TCN Hellmeier (LK7) gegen Leon Huck (LK3).

Hellmeier, der sich aufopferungsvoll die ganze Nacht mit dem Auto von Paderborn nach Konstanz quälte, um die vorgeschriebene Spieleranzahl von sechs Personen zu ermöglichen, litt besonders im ersten Satz unter den Reisefolgeerscheinungen.

Sowohl Beinarbeit als auch Konzentration fehlten, sodass sein Gegner mit seiner druckvollen Vorhand Hellmeier sein Spiel aufzwängen konnte.

Im zweiten Satz erstarkte der Turm des Turbenrieds, der durchblicken ließ welch großes Potenzial in ihm schlummert. Leider gab er beim Stand von 3:4 im zweiten Satz fahrlässig sein Aufschlagspiel ab, wodurch Huck souverän ausservieren konnte. 0:6 3:6.

 

Zwischenstand nach den Einzeln: 3:3.

Eine Ausgangssituation, die vor der Partie vermutlich jeder akzeptiert hätte, gerade aufgrund der bekannten Nicolaier Doppelstärke.

Man entschied sich dazu die Doppel Rebholz/Pfaff, Bertsche/Hellmeier und Beermann/Demmler ins Rennen zu schicken.

 

Im ersten Doppel spielten Rebholz/Pfaff gegen Mack/Valenzuela.

Nach einem hart umkämpften ersten Durchgang mussten Rebholz/Pfaff diesen leider mit 6:7 abgeben.

Die Partie blieb weiterhin spannend, doch auch der zweite Satz ging mit 4:6 an die TSG.

 

Das zweite Doppel hätte von einem Drehbuchautor nicht dramatischer gestaltet werden können.

Nach einem 4:6 im ersten Durchgang fand das selbsternannte „Star-Doppel“ des TCN zu bekannter Stärke und sicherte diesen besonders durch krachende Aufschläge Hellmeiers und eingeflogene Volleys Bertsches mit 6:2.

Es musste also der von allen, außer am diesem Spieltag von Fabi, gehasste MTB die Entscheidung bringen.

Zunächst sah dies nach einem soliden Durchmarsch des Promotions-Doppels aus, es sicherte sich eine, so könnte man denken, komfortable 9:3 Führung.

Doch durch einige Unkonzentriertheiten ließ es das Doppel der TSG acht Punkte in Folge gewinnen und gab somit den MTB mit 9:11 aus der Hand.

 

Auch im dritten Doppel zeigte sich ein Auf und Ab.

Beermann/Demmler sicherten sich, vor allem durch hohes Niveau in den wichtigen Spielsituationen, den ersten Satz mit 6:2.

Den zweiten Satz mussten sie jedoch mit 2:6 abgeben.

Trotz etwaiger Motivationsversuche Beermanns und Demmlers gelang es dem TCN- Doppel nicht mehr entscheidende Aktionen zu setzen. Durch viele bis dahin ungewohnt einfache Fehler, wurde auch hier der MTB abgeschenkt. Endstand 6:2 2:6 2:10.

 

So ging ein Spieltag, der erfolgsversprechend begonnen hatte leider durch vergebene Chancen doch noch verloren.

 

Auch der erhoffte Stimmungsaufheller, gemeinsam das WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft anzuschauen, trübte die Stimmung aufgrund einer unerwarteten Niederlage.

 

Zusammenfassend Beermann: „Natürlich sind wir heute sehr enttäuscht ob der vergebenen Möglichkeit, einen Spieltag für uns zu entscheiden. Aber vielleicht weicht diese Enttäuschung in den nächsten Tagen dem Stolz, eine sehr gute Mannschaft an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben.“

 

Wir bedanken uns bei den zahlreich erschienen Zuschauern und hoffen eure Nerven nicht zu sehr strapaziert zu haben, sodass ihr euch schon kommenden Sonntag bei unserem nächsten Heimspiel in gewohnter Rolle zeigen könnt.

24.06.2018: Spiel 4 gegen TC Überlingen1  

Auf Augenhöhe im Lokalderby

TC Nicolai Konstanz gegen TC 1902 Überlingen endet 3:6


Mit dem TC Überlingen fand am vergangenen Wochenende bei bestem Tenniswetter der noch ungeschlagene Lokalrivale den Weg auf die Anlage im Turbenried. Die Truppe um Kapitän Beermann hatte bereits beim vorherigen Spieltag im Hexenkessel an der Jakobtraße gezeigt, dass vor heimischer Kulisse einiges möglich war. Auch heute wollte man es den favorisierten Gegnern mit dem heimischen Publikum im Rücken so schwer wie möglich machen.

Mit dem Wissen um die Heimstärke des TC Nicolai ließ sich der Gast nicht lumpen und stellte sechs spielstarke Akteure auf. Lediglich auf den bisher ungeschlagenen Enzo Brox mussten die Überlinger verzichten. Gerüchte besagen, dass Brox aus Angst vor der Partie gegen den Punktegaranten des TCN, Fabian Pfaff, das Weite suchte: „Ich habe in dieser Saison bisher jedes Einzel und Doppel gewonnen, da lass ich mir doch nicht von Pfaff die Bilanz zerstören.“ Und so schob Brox eine Hochzeit vor, um 500km Sicherheitsabstand zwischen sich und Pfaffs Vorhandpeitsche zu bringen. Szenekenner Bertsche kommentierte diese Gerüchte mit einem knappen „Ich höre nur mimimi.“

Im Topspiel der ersten Runde schlug Dennis Beermann gegen den derzeit stark spielenden Fabian Brugger auf. Obwohl Bandana-Träger Beermann diesen Sommer seinen zweiten Tennisfrühling erlebt, konnte er dem druckvollen Grundlinienspiel Bruggers wenig entgegensetzen. Relativ zügig ging der erste Satz verloren. Auch ein taktisches Medical-Timeout in Satz zwei – Beermann simulierte hier eine stark blutende Schürfwunde - konnte den Juristen von der anderen Seeseite nicht lange aus dem Konzept bringen. Am Ende der ansehnlichen Partie stand ein relativ deutlicher 1:6 2:6 Sieg für Überlingen.

An Position vier lief Punktegarant und Alleskönner Fabian Pfaff gegen Überlingen-Urgestein Marco Jäger auf. Pfaff, die fleischgewordene Antithese eines Trainingsweltmeisters, startete etwas wackelig in die Partie und sah sich bald mit einem Satzrückstand konfrontiert. In Satz zwei stellte Pfaff aber erneut seine mentale Stärke unter Beweis. Das Bewegungswunder wirbelte über den Platz und verweigerte konsequent das Rückhandspiel: „Ich habe Vorhand 5, warum sollte ich Rückhand spielen?“ Der zweite Satz und auch der anschließende Match-Tiebreak ging nach einigen intensiven Ballwechseln, in denen Pfaff mehr Konstanz (höhö) und Geduld zeigte als sein Gegenüber, an den TC Nicolai.

Im dritten Spiel des Tages traf Vollzeit-Tennistrainer und Teilzeit-Student Joshua Demmler auf die Nachwuchshoffnung des TC Überlingen, Dominik Gläser. Demmler strotzt derzeit nur so vor Selbstvertrauen und zeigte bereits im letzten Heimspiel eine ansprechende Leistung. Schlüssel ist vor allem die fokussierte Vorbereitung des optischen Aushängeschilds des TC Nicolai. „Vor dem Spieltag Meditation und Kundalini Yoga, dann Porridge [Haferbrei, Anm. d. R.] und ein paar Datteln, ab und an ein Wellness-Wochenende, dann läuft’s.“ Demmler startete erneut stark und entschied den ersten Satz mithilfe harter Angriffsschläge und aufgrund fehlender Länge in den Schlägen seines Gegenübers mit 6:1 für sich. Gläser konnte den zweiten Satz deutlich enger gestalten, doch zeigte Demmler ungeahnte Nervenstärke und tütete mit 7:5 den zweiten Punkt für die Turbenried-Truppe ein. Der anschließende Endorphinausstoß raubte ihm anscheinend die Sinne, bot er am Ende des Tages sogar an, den Grill zu putzen; sehr zur Freude seiner Teamkollegen.

Beim Zwischenstand von 2:1 ging es in die zweite Einzelrunde des Tages. An Position eins bekam es David „die Fluppe“ Rebholz mit Hugo Daubias (1056 ATP) zu tun. Letzterer nahm vor dem Spiel noch einen großen Löffel Eiweißpulver ein, um sich gegen die kraftvolle Rückhand des Steuerexperten Rebholz zur Wehr setzen zu können. Diese Maßnahme schien Wirkung zu zeigen und so schlug die mächtige Vorhand des Franzosen untermalt durch lautstarkes und akzentfreies Stöhnen ein ums andere Mal innerhalb der Spielfeldbegrenzung ein. Ab und an vermochte auch Rebholz mit seinen international renommierten Stop-Bällen ein paar Akzente zu setzen, jedoch ging das Spielt letzten Endes mit 1:6 und 3:6 an die Gäste.

An Position drei trat Sportwart und neuerdings auch Harmoniebeauftragte Dominik Bertsche gegen den österreichischen Starspieler Felix Wohlgenannt an. Abgesehen von einigen Siegen im Quartett, wartet Bertsche noch auf das erste Erfolgserlebnis im Einzel in dieser Oberligasaison; er hat es aber auch mit spielstarken Gegnern. So auch im Falle von Wohlgenannt, der über seine Grundschläge sehr viel Druck ausüben konnte. Bertsche gelang es nur gelegentlich seine zerstörerischen Slice-Bälle zum Einsatz zu bringen. Endstand 2:6 0:6. „Den nächsten Gegner pflück ich mir, no matter what“, gab Bertsche im Hinblick auf das anstehende Match gegen Wiesloch zu Protokoll.

Im letzten Einzel des Tages schlug der frisch ernannte Fahnenbeauftrage des TCN Sebastian Hellmeier gegen Nico Hegge auf. Hegge war im Vorfeld schwer einzuschätzen. Bei den Junioren U14 noch die Nummer 1 in Deutschland, hatte Hegge die letzten Jahre keinen Schläger mehr in der Hand gehabt. Hellmeier hatte sich für dieses Spiel einiges vorgenommen und so legte der Turm vom Turbenried den ein oder anderen Vorhandschuss aufs Plastik. Mitunter prügelte er so hart auf den Ball, dass das Spielgerät während des Ballwechsel nachgab. Das Spiel war eng und auch von einigen Fehlern beider Akteure geprägt. Selbst hartgesottenen Zaungästen wurde einiges abverlangt. Als Hellmeier ausgerechnet im alles entscheidenden Matchtiebreak das Dutzend Doppelfehler vollmachte, konnte sich Edel-Fan „Teddy“ Fuhrmann nicht mehr zurückhalten: „Das darf doch nicht wahr sein,“ schimpfte er an der Seitenlinie. Glücklicherweise verwandelte Hellmeier den Matchball bei 9:8 mit einem couragiert vorgetragenen Angriff.

Dass abermals nach den Einzeln noch alles offen war, ist für das Tabellenschlusslicht bereits als Erfolg zu werten. Überlingen zeigte sich dann auch leicht nervös und wechselte mit Moritz Steinmann kurzfristig einen alten Bekannten ein. Steinmann, der sich in der vergangenen Spielzeit mit Stockach dem TC Nicolai geschlagen geben musste und lange Zeit als verletzt galt, legte eine jesusähnliche Auferstehung hin und bezwang an der Seite von Marco Jäger die mental gebeutelte Paarung Hellmeier/Bertsche. Leider konnten auch die anderen Doppel keinen weiteren Punkt mehr einfahren. Im Spitzendoppel des Tages suchte Beermann nach Fluchtwegen vor den wuchtigen Vorhandschlägen des Franzosen Daubias und Rebholz/Demmler bekamen nur begrenzt Zugriff auf das Spiel.

Am Ende konnte die Akademikertruppe vom Turbenried mit dem 3:6 ein ordentliches Ergebnis feiern. Eine kontinuierliche Verbesserung gibt Mut für das vorentscheidende Auswärtsspiel in Wiesloch am kommenden Wochenende. Am 8.7 findet dann das letzte Heimspiel der Saison gegen den TC Grenzach statt. Wir gratulieren den Überlingern zum verdienten Sieg und bedanken uns bei allen Zuschauern.
Eure Herren I


01.07.2018: Spiel 5 gegen TC RW Wiesloch 1

TC Nicolai Konstanz gegen 1. TC RW Wiesloch endet mit 3:6



Dieses Wochenende begann der Spieltag für die Turbenried-Truppe bereits am Freitagabend nach dem wöchentlichen Mannschaftstraining, da sich alle 6 Akteure mit der Frage beschäftigten wie der TC RW Wiesloch am Sonntag gegen sie aufstellt. Alle verfolgten mit Aufregung an ihrem Handy wie sich Evan Hoyt, die Nummer eins des Gegners, im Halbfinale bei einem Turnier in Spanien schlug. Dieser verlor in 2 Sätzen mit 4:6 2:6 wodurch die Angst über sein Erscheinen bei der ganzen Mannschaft größer wurde. ,,Der wird doch nicht kommen“ hofften einige Spieler der Mannschaft.

Da die Anreise nach Wiesloch sehr lange war, entschieden sich 5 Teammitglieder bereits am Samstagmittag den weiten Weg anzutreten und so fuhren Demmler, Hellmeier, Bertsche, Rebholz und Fahrer Beermann mit ihrem 7. Teammitglied, der sogenannten ,,Scheißkarre“, in Richtung Hostel, das Bertsche für die Mannschaft gebucht hatte. Alle 5 mussten im Auto zusammenrücken und durch die komischen Sitzangewohnheiten Demmlers war auf der Rückbank weniger Platz als ohnehin schon. Kaum in Wiesloch angekommen kam Ex-Mannschaftsführer Wigishoff dazu, um sich mit der Mannschaft optimal auf den Abstiegskampf vorzubereiten. Nach der langen Fahrt hatten alle Akteure großen Hunger und somit war der Besuch beim Italiener besiegelt. Einer der Truppe konnte sich nicht zwischen Pizza oder Pasta entscheiden und beschloss somit einen Teller Pasta und als Dessert noch eine Pizza zu essen. Mit vollem Magen ging es weiter zur offiziellen ,,Platzbegehung“, um sich schon einmal mit den Verhältnissen und der Anlage vertraut zu machen. Am nächsten Tag würde sich zeigen ob diese Begehung Früchte mit sich tragen konnte.

Der nächste Morgen begann mit einer Tasse Kaffee, ein paar leckeren Brötchen und für manche im Team auch mit der ein oder anderen ,,Fluppe“ zum warm werden. Alle fragten sich wann Pfaff auf der Anlage des TC RW Wiesloch erscheinen würde, woraufhin Bertsche lachend kommentierte: ,, Der wird auf keinen Fall vor 10 Uhr da sein“. In diesem Fall wurde Bertsche eines besseren belehrt, denn bei Ankunft auf der Anlage kam Pfaff dem Rest der Mannschaft schon winkend entgegen. Nach einer kurzen Begrüßung begann das Einspielen für die Gäste. Über die Frage wer sich mit wem einspielt musste nicht diskutiert werden. Wie immer haben sich die ,,Gebrüder Bolz/Rhythmuslos“ eingespielt, um den anderen 4 den Rhythmus und das Gefühl nicht zu nehmen.

Pünktlich um 11 Uhr begannen die Einzel 2, 4 und 6. An Position 2 bekam es Mannschaftsführer Beermann mit dem jungen, ambitionierten Tim Heger zu tun. Selbst an einem Sahnetag wäre ein Sieg eine große Herausforderung für Beermann geworden. Dieser hatte jedoch nicht seinen besten Tag und somit fielen viele Doppelfehler auf Seiten Beermanns. Trotz viel Kampf und einigen herausragenden Ballwechseln blieb Beermann letztlich chancenlos und er verlor dieses Match deutlich mit 1:6 1:6. An Position 4 kam einer der berüchtigten ,,Gebrüder Bolz“ zum Einsatz gegen seinen Gegner Jonathan Tanriver. Mit viel Selbstbewusstsein der letzten Wochen und einer Behauptung, er würde dieses Jahr kein Match mehr verlieren, ging Pfaff in das Match rein. Von Beginn an zeigte sich, dass er diese Behauptung erfüllen möchte und somit schlug seine Vorhandpeitsche des Öfteren auf der Seite seines Kontrahenten ein. Durch ebenfalls gute Laufleistung und einem starken Aufschlag ging das Match deutlich zugunsten des TC Nicolai mit 6:2 6:2 aus. Im letzten Match der ersten Runde bekam es Demmler mit dem hochmotivierten Tim Weise zu tun. Dieser beschloss auf einem anderen Platz als vorgesehen zu spielen, da dies sein Lieblingsplatz sei und er sehr abergläubisch ist. Demmlers Ziel war es seinem Gegner diesen Glauben zu nehmen. Zu Beginn des Matches fand Demmler schnell seinen Rhythmus und eine gesunde Mischung aus Sicherheit und Winnern. Weise fand jedoch schnell raus, wie er ihm diese Sicherheit nehmen konnte. Von Spiel zu Spiel wurde Demmler unsicherer und machte mehr Fehler. Beim Stand von 1:6 0:3 kämpfte sich der Jurastudent wieder ins Match zurück, jedoch war es dafür leider zu spät. Der Endstand des Spiels lautet 1:6 2:6.

Mit einem 1:2 aus der ersten Runde waren nun Rebholz, Bertsche und Hellmeier gefordert ihre Einzel zu gewinnen. Auf Grund der Halbfinalniederlage von Evan Hoyt schaffte es dieser pünktlich mit dem Flieger nach Deutschland. Am Flughafen Frankfurt mietete sich Hoyt ein Mietwagen und fuhr aufgrund der Eile direkt in einen Blitzer. Dieses Foto ist auch das einzige was ihn an das Match gegen den hoffnungslos unterlegenen Rebholz erinnert, denn spielerisch war dies keine Herausforderung für Hoyt. Durch viele Asse, gute Returns und herausragende Grundschläge ließ er Rebholz nicht den Hauch einer Chance. Beim Stand von 1:6 0:5 gelang es Rebholz, dass Hoyt etwas Druck aus dem Spiel nahm. In Form von Stops, Lops und Tweenern versuchten sie das Publikum noch ein bisschen zu unterhalten. Der Versuch, sein erstes sogenanntes ,,Monokel“ in dieser Saison zu verhindern, gelang Rebholz leider nicht und somit lautete der Endstand 1:6 0:6. An Position 3 bekam es Bertsche mit dem Tschechen Ondrej Kacmar zu tun. Bertsche war froh, dass sein Gegner ihm nicht zu schnell spielte und er dadurch einige Ballwechsel gestalten konnte. In der fast unerträglichen Hitze rannte Bertsche in gewohnter Manier nach jedem Ball, um es seinem Kontrahenten nicht zu einfach zu machen. Der erste Satz ging schnell mit 0:6 verloren, doch Bertsche gab nicht auf. Er kämpfte sich weiter und weiter in das Match rein, verlor jedoch den zweiten Satz mit 2:6. An Position 5 bekam Sebastian ,,der Tower“ Hellmeier nun die Aufgabe die Torkel-6 durch einen Sieg im Rennen zu halten. Beflügelt von dieser Aufgabe und unter Anwesenheit seiner Eltern spielte Hellmeier groß auf. Trotz windiger Verhältnisse und durchschnittlich 2 Doppelfehler pro Aufschlagspiel gewann Hellmeier sein Match deutlich mit 6:1 6:1. Nach dem Match kommentierte er das Spiel mit den Worten ,, trotz meiner zahlreichen Doppelfehler war mein Sieg nie gefährdet“.

Somit ging es mit einem Zwischenstand von 2:4 in die Doppeldiskussion. Schnell waren sich alle Akteure einig und sie spielten von oben runter.

Das erste Doppel in Hauptdarstellung Rebholz/Beermann bekam es mit einer großen Herausforderung zu tun. Ihre Gegner waren die englisch-tschechische Doppelmacht Hoyt/Kacmar. Trotz einer sehr guten Leistung der Nicolaier blieben sie ohne Chance und der Endstand lautete 3:6 3:6. Das zweite Doppel Bertsche/Pfaff bekam es mit Heger/Weise zu tun. Nach einem verschlafenen ersten Satz bissen sich die zwei Laufwunder ins Match rein. Dies zeigte Wirkung, denn sie gewannen den zweiten Satz. Wieder einmal ging ein Doppel der Nicolaier in den alles entscheidenden Matchtibreak. Dieser nahm jedoch kein glückliches Ende für unsere Jungs. Der Endstand war 0:6 7:6 6:10. Unser drittes Doppel Hellmeier/Demmler hatte die zwei Youngstars Flender/Tanriver vor der Flinte. Obwohl Hellmeier sauer über die langen Absprachen und das langsame über den Platz schleichen seiner Gegner war, ließen sich der Tower und Demmler nicht aus der Ruhe bringen. Sie gewannen das Doppel klar mit 6:4 6:0. Somit hieß es am Ende des Tages 3:6 für den Gastgeber.

Wegen der langen Heimfahrt ging man schnell zum Essen über und mit dem einen oder anderen Besuch eines Tankstellenshops traten unsere Jungs die Heimreise an. Hellmeier, Rebholz und Beermann setzten sich zu Fahrer Demmler in die Scheißkarre und Bertsche fuhr bei Pfaff mit. Der Plan zusammen an einem Rastplatz anzukommen, um Bertsche mitzunehmen, gestaltete sich schwieriger als gedacht. Demmler fuhr nämlich bei der ersten Ampel über dunkelgelb, wodurch Pfaff schon dort nicht mehr hinterherkam. An der ersten Tankstelle beschloss Teamkapitän Beermann 1/6 seines Proviants für die Heimreise auf dem Boden zu verteilen. Als man schließlich wieder hintereinander fuhr, entschied man sich in der Scheißkarre 100 Meter vor der Ausfahrt diese zu nehmen um noch einen kleinen Besuch auf dem Jahrmarkt zu genießen. Demmler und Beermann entschieden sich eine Runde mit dem Shaker zu fahren, wohingegen Hellmeier und Rebholz die gemütliche Variante, das Riesenrad fuhren, um den Ausblick zu genießen. Angekommen auf dem Rastplatz sah man Bertsche schon wartend auf seine Teamkollegen. ,,Diese Heimfahrt soll nie enden“ , sagte Hellmeier und trank einen Schluck seines kühlen Getränks. Bei guter Musik und lustiger Stimmung wurde die Fahrt fortgesetzt. Hellmeiers Wunsch ging beinahe in Erfüllung, denn auf Grund einer Sperrung der Autobahn ab Radolfzell musste Fahrer Demmler einen Umweg über die Dörfer nehmen, in denen man die eine oder andere Minute im Stau stand.

Das letzte Heimspiel unserer Mannschaft findet nächste Woche gegen den TC 1923 Grenzach statt. Wir freuen uns auf zahlreiche Zuschauer, die uns an diesem Tag unterstützen.

09.07.2018: Spiel 6 gegen TC 1923 Grenzach 1 

Grenzach zeigt Nicolai die Grenzen auf

TC Nicolai Konstanz 1 verliert gegen TC Grenzach 1 mit 0:9

 
 

Wie gewohnt trafen sich am Sonntagmorgen Rebholz, Beermann, Pfaff und Hellmeier zur logistischen Vorbereitung des Spieltags um 9 Uhr am Turbenried. Anders als sonst fanden sie die Plätze und Tribünen voll belegt vor: Die Juniorinnen bestritten seit 8:30 Uhr ein vorverlegtes Verbandsspiel auf den Plätzen 2-5 und Sedat Yürükalan blockierte mit Trainingspartner Klaus Hamm das Rebmannsche Wohnzimmer, den Platz 1. Völlig ungläubig starrte letzterer der Mannschaft entgegen mit den Worten „He Jungs, ihr trefft euch ja wirklich um 9 Uhr. Ich dachte, des wär‘ an Scherz.“ Seltsamerweise kam Bertsche erst um 9:30 an, ein für seine Verhältnisse völlig ungewohnter Lapsus, und um 10 Uhr war die Mannschaft dann durch die inzwischen geduldete späte Ankunft von Demmler vollständig. Zusammen mit den Damen 1, die ebenfalls um 10 Uhr eintrafen und den gewohnten Spieltafel- und Sonnenschirm-Service durch die Herren erfuhren, wollte man noch einmal dem heimischen Publikum Oberliga-Tennis vom höchsten Niveau präsentieren; es könnte schließlich für einige Zeit die letzte Möglichkeit sein.

Nach Begrüßung der Gegner begann man die erste Runde mit den Partien Fabian Pfaff – Philipp Kahoun (Platz 2) und Joshua Demmler – Dennis Baumgartner (Platz 3), während auf Platz 1 noch das Juniorinnen-Doppel Gross/Bantle – Stepanov/Sauter vollendet wurde.

Fabian Pfaff, der seine Mannschaftskollegen seit Wochen mit großartigem Tennis begeistert, hatte sich bereits intensiv auf ein Match gegen Klaus Jank vorbereitet, der eigentlich auf Position 4 erwartet wurde. Stattdessen wartete Grenzach hier mit dem Hardhitter Philipp Kahoun auf. Dieser drosch auf die Kugel ein, als hätte sie ihm die letzten Steaks des Grillabends vor der Nase weggegessen. Pfaff wuselte wie gewohnt von links nach rechts und versuchte, bei der Vorhand über Höhe, Länge und Spin zu kommen. Kahoun weigerte sich jedoch strikt, dieses Spiel anzunehmen und konterte Pfaffs Vorhand-5 mal um mal mit Vorhand-6 und Aufschlag-6. So ging der erste Satz mit 0:6 innerhalb von 15 Minuten verloren. Im zweiten Satz ließ Pfaff mit einem 1:0 zum ersten Mal aufhorchen, was von der Bank übermotiviert als „Wende!“ gefeiert wurde. In der Tat gestaltete sich der zweite Satz in Form der Ballwechsel etwas knapper, doch in den entscheidenden Phasen leistete sich der neuerdings ins Breisgau emigrierte Nicolaier dann doch zu viele Fehler. So ging der zweite Satz mit 1:6 verloren, als es im Juniorinnen-Doppel noch 4:1 im ersten Satz stand. Pfaff kommentierte nach seinem Match etwas konsterniert: „Die Oberliga zeigt mir eindeutig Grenzen auf. Ich hab nicht mehr die beste Vorhand, bin nicht mehr der Schnellste und meine Trinkleistung-5 kann ich auf Dauer auch nicht halten, wenn ich ständig nach dem Spieltag nach Freiburg fahren muss.“

 

An Position 6 bekam es Joshua Demmler mit Dennis Baumgartner zu tun, den viele Langzeit-Badener noch aus der Jugend kannten. Wenig Chancen wurden Josh hier im Vorhinein zugestanden, doch wartete er erneut mit einer überraschenden Leistung auf. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die beiden einen erbitterten Kampf um den ersten Satz. Demmlers Schläge donnerten ein ums andere Mal longline ein, sodass Baumgartner verzweifelt schimpfte: „Der spielt jeden zweiten Ball longline, check das doch jetzt endlich mal!“. So eng war der Schlagabtausch, dass im ersten Satz der Tie-Break die Entscheidung bringen musste. Hier lag Demmler zwar mit 5:3 voran, konnte den Sack jedoch nicht zu machen. Eine große Chance war vertan. Noch schlimmer war, dass sich im zweiten Satz die Achillessehne des angehenden Juristen schmerzhaft bemerkbar machte, sodass der zweite Satz schnell mit 0:6 an Baumgartner ging. Demmler selbst hierzu: „Ich bin mit meinem Trainerpensum am oberen Limit, und nun zeigen sich die Konsequenzen. Obwohl ich mein persönliches Training unter der Woche bereits auf ein Minimum reduziert habe, macht der Fuß trotzdem nicht mehr mit. Da können selbst Datteln nichts ausrichten.“ In den kommenden Wochen werden Demmlers Schützlinge wohl um ihr Training bangen müssen, soll der Lebemann noch einmal an der Filzkugel über sich hinauswachsen. 

Durch Pfaffs Express-Tempo und die nachhaltende Verzögerung des Juniorinnen-Doppels auf Platz 1 betrat als nächstes Dominik bereits Bertsche an Position 3 den Platz, um sich mit Klaus Jank zu messen. Bertsche hadert seit Wochen mit seiner Leistung und Gegnern, die ihm keine Gelegenheit dazu geben, diese zu verbessern. Auch mit Jank traf er wieder auf einen Widersacher, der ihm das Leben schwermachte. So umlief dieser den ein oder anderen nicht perfekt platzierten Kick-Aufschlag Bertsches und drosch die Murmel unerreichbar auf die andere Seite. Allerdings wurde diese Waffe zur Überraschung unseres Harmonie-Beauftragten nicht allzu oft eingesetzt, sodass sich dazwischen ein Spiel auf Augenhöhe entwickeln konnte. Im ersten Satz startete Bertsche gar mit 3:1 und Möglichkeiten zum 4:1. Jank gab selbst zu, dass im Falle des 4:1 der erste Satz wohl an den Ökonometriker gegangen wäre. Dieses Glück war dem Nicolai am Sonntag jedoch nicht hold und Jank drehte einige Zeit später auf 6:3 für sich. Mist, Scheibenkleister, Miezekatze! Auch im zweiten Satz war der Grenzacher stets eine Nasenlänge voraus und so endete dieser mit 6:2.

Als schließlich das Juniorinnen-Doppel auf Platz 1 sein Ende fand, konnte Dennis Beermann an Position 2 mit seinem Gegner Jacob Kahoun den Platz betreten. Dieser zeigte eine völlig andere Spielanlage als sein Bruder Philipp und begann sofort damit, in langen Rallies die rote Asche zu zerpflügen. Beermann wählte eine aggresive Herangehensweise und „uuuäääää“-te den ein oder anderen Ball in die gegnerische Ecke, doch schien Kahoun über mehr als ein Paar Beine zu verfügen, wie er jeden noch so starken vermeintlichen Winner konsequent zurück-schaufelte. Gepaart mit einigen zu leichten Fehlern Beermanns und vielen, vielen Volley-Aussetzern ging der erste Satz ohne große Möglichkeiten aus Seiten des Mathematikers mit 2:6 verloren. Im zweiten Satz zog Beermann an. Aufschlagquote, Volleysicherheit und Lautstärke wurden nochmals erhöht und so begann der zweite Satz völlig auf Augenhöhe. Beim Stand von 2:2 wurde den Zuschauern starkes Tennis geboten, als jeder einzelne Ballwechsel die Netzkante mindestens 8-mal überquerte. Dies brachte den Mannschaftsführer der Torkel-6 ans persönliche Limit, war doch zwischen den Ballwechseln nicht mehr genug Zeit, um zu Atem zu kommen. Logischerweise zog Kahoun also abermals davon, was von Beermann auch nicht mehr aufzuhalten war. Das Endergebnis lautete 2:6, 3:6.

 

Im Spitzeneinzel bekam es David Rebholz mit dem Wahlbelgier Dimitar Grabul zu tun, den er bereits bei den Hallen-Bezirksmeisterschaften in Freiburg vor der Flinte hatte. Damals verbuchte Rebholz ein 6:7, 1:6, was vielen Mannschaftskollegen Grund zur Hoffnung gab, dass er einmal über sich hinauswachsen und einen Punkt für den Nicolai herausringen könnte. Der duale Student zwirbelte auch den ein oder anderen Stop gekonnt auf die andere Seite und blieb im ersten Satz lange im Rennen. In der entscheidenden Phase gesellten sich dann aber doch einige leichte Fehler zum anderweitig soliden Spiel von Rebholz, sodass die Stellanzeige 3:6 verlautete. Im zweiten Satz zeigte unsere Eins sich deutlich von Grabuls rhythmuslosem Spiel und seltsamer Verhaltens-weise entnervt. Ihm fiel nicht mehr viel ein, um den gebürtigen Mazedonier vor Probleme zu stellen und zeigte sich auch vermehrt lustlos. So wurden Stopversuche Grabuls, die näher an der T-Linie als am Netz auftrafen und für Pfaff im Rückwärtsgang mit einer Tasse Grüntee in der Hand zu erlaufen gewesen wären, nur noch mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen. Der Satz endete mit 1:6 und Rebholz schien erleichtert, den Platz und bald auch der Oberliga-Spitzenposition den Rücken kehren zu können. Wer mag es ihm verdenken, musste er sich doch einen Sommer lang mit eingekauften Söldnern ohne realistische Chancen auf einen Punktgewinn herumschlagen.

Den Abschluss bildete das 5er-Einzel mit Sebastian Hellmeier gegen Fabian Beck. Die Schlagform des Politikwissenschaftlers ist derzeit deutlich im Aufsteigen begriffen, und auch die Vorbereitung schien perfekt auf ihn abgestimmt: Ein Abendessen im Tapas-Restaurant, wo er „einmal die Karte rauf und runter bestellt“ hatte, gepaart mit viel Couch-Kontakt und genau soviel Sangria und Wein, wie es Getränke-Prüfer Beermann erlaubte. In der Coaching-Zone Hellmeiers begann dieses Mal überraschender-weise Reinhard Fuhrmann, Edelfan und technischer Direktor des TC Nicolai, der ihm nochmals die Niederlage im letzten Heimspiel analysierte. „Weißt du“, so Fuhrmann, „es sind ja nicht nur die Doppelfehler. Aber auch mit dem ersten Aufschlag hast Du so überhaupt nichts angestellt. Bei deiner Größe, da muss das STAUBEN auf der anderen Seite!“ Mit diesem Match-Plan im Kopf betrat „Helle“ den Platz und was die Zuschauer hier zu sehen bekamen, kann nur als fahrenweise gut bezeichnet werden. Mit Feuereifer drosch er die Vorhand auf die andere Seite, schaufelte die Rückhand cross rein und traf sogar den ein oder anderen zweiten Aufschlag, sodass viele Punkte mit dem bekannten Understatement „Gut.“ kommentiert werden konnten. Manch einer fühlte sich an die Sahnetage des Schriftführers im schwäbischen Rosenfeld zurückerinnert, bis bei 3:4 der unerwartete Einbruch kam. Wie bei vielen seiner Teamkollegen genügten einige unnötige Fehler in engen Situationen, um ein Break zu kassieren, sodass der erste Satz mit 3:6 verloren ging. Der zweite Satz wurde dann per Copy&Paste eingefügt: Er ging in vergleichbarer Manier ebenfalls mit 3:6 an den Grenzacher.

0:6 lautete also die Bilanz nach den Einzeln, der selbst die wohlstudierte Turbenried-Truppe keine theoretischen Klassenerhaltsmöglichkeiten mehr entlocken konnten. Mit einiger Resignation wurde somit beschlossen, dass in den Doppeln einfach jeder mit dem spielen sollte, mit dem er gerne spielt. Dumm nur, wenn der gewünschte Doppelpartner sich dann eher bei jemand anderem sieht; so verweigerte Rebholz in einer Abstimmung das Einser-Doppel mit Hellmeier, der dies mit einem ungläubigen „Danke für Nichts“ in Rebholz‘ Richtung kommentierte. Die Paarungen lauteten schließlich Rebholz/Beermann gegen Kahoun/Kahoun im Einser-Doppel, Bertsche/Hellmeier gegen Grabul/Beck im Zweier-Doppel und Pfaff/Demmler gegen Jank/Baumgartner im Dreier-Doppel.

Das Einser-Doppel war seiner Aufgabe an diesem Tag nicht im Mindesten gewachsen. Vor allem der erste Satz ging in blamabler Manier mit 1:24 Punkten verloren. Im zweiten Satz stellten sich Rebholz/Beermann etwas besser an und verbuchten ein 3:6, in dem sie dem gegnerischen Spitzendoppel jedoch nie wirklich gefährlich wurden. Das Zweier-Doppel machte es etwas besser und zeigte vor allem im ersten Satz hervorragendes Tennis, musste diesen jedoch auch mit 4:6 hergeben. Im zweiten war dann spürbar die Luft raus und Grabul servierte bei 5:2, 40:0 zum Matchgewinn. Was folgte, kann selbst vom neutralsten Zuschauer nur als arrogant und bodenlos bezeichnet werden. Drei Bälle lang stylte die Grenzacher Spitze mit völlig unnötigen Slice-Bällen ab, sodass bei 40:40 nochmal kurz Hoffnung aufkam, der Satz könne noch gedreht werden. Leider war dies jedoch nicht vergönnt und der Satz ging dann doch mit 2:6 verloren. Über das Dreier-Doppel reden wir an dieser Stelle besser nicht.

Mit einem nicht unerwarteten, aber doch ernüchternden 0:9 wurde die Torkel-6 nach dem gewohnt üppigen Grillen recht zügig von der gegnerischen Mannschaft zurückgelassen. Oben bereits genannter Spitzenspieler hatte es gar so eilig, dass er einen halb geleerten Teller einfach stehenließ, was bei den hungrigeren Spielern zu großer Empörung führte. Überhaupt lief es kulinarisch nicht so richtig rund, gab man doch einige Steaks noch an die Damen 1 ab und wurde dafür nicht mit den erwarteten Erdbeeren kompensiert. Doch diese kleinen Unstimmigkeiten wurden schnell beiseitegelegt, als man beim gemeinsamen Mixed im Wikingerschach noch den Tag ausklingen ließ. An dieser Stelle gratulieren wir den Damen 1 zu ihrem überragenden 8:1-Sieg, der ihnen den Klassenerhalt in der Oberliga sichert. Aus unserer Sicht war dieser Sonntag das letzte Heimspiel der Saison und vermutlich vorerst das letzte in der Oberliga (bis 2020!). Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei den vielen oft angereisten Zuschauern dieser Saison, darunter vor allem Nicole und Jürgen Maus, Reinhard Fuhrmann, Claudia und Thomas Rebholz sowie Jutta und Claude Wigishoff. Nächste Woche schlagen wir ein letztes Mal beim SSC Karlsruhe auf und geben alles dafür, den Ehrenpunkt der Saison als einzige Mannschaft ohne jegliches Teambudget zu verbuchen.