Spielberichte Herren 1 2016

   

Über die Breite zum Erfolg

Eine Delegation des TC Nicolai Konstanz gewinnt den Sparkassen-Cup in Rosenfeld 2016



Am Wochenende vom 16.-18. September fand im schwäbischen Rosenfeld der Sparkassen-Teamcup statt, zu dem die Herren des TC Nicolai es sich nicht nehmen ließen, eine Delegation zu entsenden. Fabian Pfaff, Sebastian „Helle“ Hellmeier, Christian Strick und Dennis Beermann wurden von Christian „Üby“ Leopold vom TA TSV Frickenhausen unterstützt und gingen auf die Jagd nach dem über zehn Liter fassenden goldenen Pokal. Jede Partie bestand aus zwei Einzeln und einem Doppel, sodass zwei Einzelsiege für den Sieg der Partie genügten. Zu Beginn stand eine Jeder-gegen-Jeden-Gruppenphase an, wobei der TCN sich mit Rottweil und Spaichingen konfrontiert sah.

Am Freitagabend wurde das Spektakel mit dem Match Konstanz-Rottweil eröffnet. Rottweil, die sich als gesetzte Gruppenfavoriten selbstbewusst zeigten, setzten auf einen klaren Doppelsieg: Ihr Teamstar Philipp Mayer (LK1) sollte hier einen sicheren Punkt einfahren. Dieser erwischte jedoch einerseits keinen guten Tag, während andererseits Dennis und Üby auf eine langjährige gemeinsame Erfolgsgeschichte im Doppel unter der Flagge des TC Metzingen zurückblicken. Mit einem deutlichen 6:2, 6:3 sah sich Rottweil in einer so nicht einkalkulierten Position, beide Einzel für den Gesamtsieg zu benötigen. In diesen auf den Centercourts dargebotenen Partien erwischte der TCN jedoch keinen guten Start: Chris und Helle mussten beide gegen stark aufspielende Gegner den ersten Satz hergeben. Als dann jedoch das bereits beendete Doppel zusammen mit dem gesundheitsbedingt pausierenden Fabi von der Seitenlinie Stimmung zu machen begann, wendete sich das Blatt: Den Zuschauern wurde hervorragendes Tennis mit phasenweise minutenlangen, hart umkämpften Ballwechseln geboten. Die Nicolaier Akteure erkämpften sich mit Zähnen und Klauen den verlorenen Boden zurück und vermochten zeitgleich die zweiten Sätze für sich zu entscheiden, sodass zwei simultane Match-Tiebreaks die Entscheidung bringen sollten. Chris fand nach einer langen Pause nach dem zweiten Satz nicht zu seinen zwingenden Winnern zurück und musste mit 4:10 seinem stark aufspielenden Gegner die Hand schütteln. Helle, der bereits mit 4:8 zurücklag, bewies jedoch wieder einmal seine dieses Jahr berüchtigte mentale Stärke und drehte die Partie zum 11:9, sodass der TCN einen durchaus für alle überraschenden, aber verdienten 2:1-Sieg verbuchen konnte. Die geschlagene Rottweiler Truppe behielt den Kopf jedoch weit oben und versicherte vermehrt, trotzdem ins Halbfinale einzuziehen, entweder als punktbester Gruppenzweiter oder sogar doch noch als Gruppenerster, sollte Nicolai am nächsten Tag gegen Spaichingen hoffentlich patzen – so ihre Worte.

Am Samstag stand für unsere Jungs lediglich das Match gegen Spaichingen um 15 Uhr an, was diese als Anlass genug sahen, den mentalen Zusammenhalt durch ein Teamevent am Freitababend im malerischen Harthausen auf der Scher zu verstärken. Nach der Besichtigung eines lokalen Brauhauses und einem langen, langen badisch-schwäbischen Austausch sahen sich am Samstag Dennis, Helle, Fabi und Chris neben den Spaichinger Gegnern auch mit ihrem eigenen Schädel konfrontiert. Es biss sich trotzdem jeder einzelne lobenswert durch: Beginnend mit dem Spitzeneinzel, in dem Dennis sich als zu stark für seinen Gegner Calvin Klaiber präsentierte, der seine eigenen, vielfach auftretenden unerzwungenen Fehler seltsam witzig zu finden schien. In zwei klaren Sätzen ging diese Partie an den TCN. Im zweiten Einzel litt und haderte Helle lautstark mit sich, seinem Kopf, den Plätzen, den Bällen und seinem Gegner: In immer wieder auftretenden Marathonballwechseln auf dem langsamsten Belag der Welt bekam er die Kugel wieder und wieder einfach nicht tot und musste so lange Wege gehen. Sein Gegner Günter Gönner kämpfte stark, musste jedoch schließlich in zwei knappen Sätzen dem Wahlbadener gratulieren. Das Doppel präsentierte sich nicht weniger erschwerlich: Fabian und Chris konnten nicht zu der Form finden, die sie von sich erwarteten und blieben so, ähnlich dem abends angebotenen Buffet, hinter den Erwartungen zurück. Obwohl sie einen verbissenen Kampf ablieferten, vergaben sie Chance um Chance am Netz und gaben so den ersten Satz mit 4:6 her. Auch zu Beginn des zweiten Satzes gerieten sie schnell ins Hinterzimmer, blieben jedoch stets bissig und weigerten sich trotzig, den etwas besser spielenden Gegnern eigentlich verdiente Spiele zu überlassen. Diese emotionale Stärke wurde schließlich auf traurige Art und Weise belohnt: Das stark aufspielende Spaichinger Team musste wegen einer Verletzung das Handtuch werfen, sodass der 3:0-Erfolg für das Team vom Bodensee besiegelt war. Unsere Jungs salutieren den letztlich doch knapp geschlagenen Gegnern, die sich als faire Sportsmänner und lustige Truppe präsentierten.

So hieß es also Halbfinale für das Team vom Turbenried, zu welchem sie sich am Sonntag nach einer zurückhaltend gefeierten Player’s Night in neuer Frische präsentierten. Aufgrund anhaltenden Regens wurde diese Partie in die Halle verlegt, in der die Partien Konstanz-Herrenberg und Alb-Reutlingen ausgetragen wurden. Im Spitzeneinzel griff Üby wieder ins Geschehen ein: In einer stark schwankenden Partie verlor er den ersten Satz ebenso deutlich, wie er den zweiten gewann. Der Match-Tiebreak gestaltete sich eng, doch Üby setzte sich energisch durch und holte den ersten Punkt für das Konstanzer Team. Im zweiten Einzel sah sich Helle dem stark aufspielenden Jan Lucca Marquardt gegenüber, dem der Untergrund stark entgegenkam. Mit furios geschlagenen Bällen dominierte er den Berufspolitiker, der seine starke Form der Vortage nicht abrufen konnte, und holte den Ausgleich für Herrenberg. Das Doppel sollte somit die Entscheidung herbeiführen: Hier setzen die Konstanzer auf die gut eingespielte Paarung Beermann/Pfaff, welche schnell in den gewohnten Rhythmus fanden und den ersten Satz zügig mit 6:2 für sich entschieden. Auch im zweiten zeigten sie sich griffig und lagen bei den Ständen von 2:0 und 3:1 jeweils mit Break vor, konnten dieses jedoch trotz überwältigender Chancenzahl zweimal nicht bestätigen. Dies rächte sich, als die Herrenberger Paarung mehr und mehr ins Spiel fand, sodass sich der zweite Satz in einen Krimi der Extraklasse verwandelte. Unter hochkochenden Emotionen musste bei 6:6 der Tiebreak die Entscheidung in diesem Satz bringen. Hier besannen sich Dennis und Fabi wieder auf ihre Offensivfertigkeiten und konnten mit 7:3 den Finaleinzug perfekt machen.

Der Gegner sollte das Team von der SPG Alb sein, dessen Star Dominik Pascal mit LK1 ein großes Problem für die Konstanzer Truppe darstellte. Man spekulierte auf einen Einsatz von Pascal im Einzel und beschloss, den angeschlagenen Fabi in der Spitzenpartie zum Abschuss freizugeben. Die Rechnung ging auf und Alb konnte hier in zwei deutlichen Sätzen einen schnellen ersten Punkt verbuchen. Im zweiten Einzel setzte man erneut auf Üby, der gegen Patrick Dolezych groß aufspielte. In knallharten Ballwechseln verlangte er dem Älbler alles ab, um sich danach jedoch sofort wieder wortreich zu entschuldigen. Den ersten Satz gewann er nach hartem Kampf mit 6:4 und legte im zweiten unermüdlich zum 5:2 nach. Während dieser Zeit mussten im Doppel Dennis und Helle sich erbittert gegen die überragend servierenden Pick/Klein wehren. Ohne den Hauch einer Breakchance im Returnspiel, jedoch mit zahlreichen engen Situationen in den eigenen Aufschlagspielen, blieben die hochgewachsenen Konstanzer hauchdünn Herr der Lage, bis es 4:3 stand. In diesem Moment gelangen ihnen erstmals ein paar Returns, was sie direkt zu einem Break und dem anschließenden Satzgewinn bei eigenem Aufschlag ausnutzten. Die auf dem falschen Fuß erwischten Älbler wirkten daraufhin stark resigniert: Ohne große Gegenwehr überließen sie mit vielen eigenen Fehlern daraufhin den zweiten Satz mit 6:1 dem TCN, sodass im zweiten Einzel Üby nun alles klar machen konnte. Dieser jedoch begann, nachzudenken. Bei 5:2 vergab er bei eigenem Aufschlag hauchdünn zwei Matchbälle und kassierte daraufhin ein Break. Das darauffolgende enge Spiel ging ebenso an die schwäbischen Gegner, sodass bei 5:4 deren Stimmung sich wieder zu heben begann. Schließlich jedoch packte der Frickenhäusener zu: Mit vier souverän herausgespielten Punkten belohnte er sich und die Mannschaft mit dem Finalsieg, dem überdimensionalen Wanderpokal und der Erinnerung an ein fantastisches Turnier, das wohl allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Im Laufe des weiteren Abends wurde der Sieg ausgiebig begossen, der Pokal öffentlichkeitswirksam bei einem lokalen Restaurant ausgestellt, und Pläne für das Folgeturnier geschmiedet: Wir haben fest vor, nächstes Jahr zurückzukommen und den Cup zu verteidigen, hoffentlich in ähnlicher Besetzung. Schlussendlich möchten wir uns noch beim Hobbyland-Tenniscenter in Balingen für die gesponsorten Artikel und bei der TG Rosenfeld für die sehr sympathisch geführte Turnierorganisation bedanken und sagen: Bis zum nächsten Jahr!

  

Saisonabschlussbericht 2016

Die Punkte sind gezählt. Die Herren des TC Nicolai verabschieden sich als unglücklicher, aber dennoch stolzer Tabellenzweiter aus einer kuriosen Saison 2016. Nach sechs Spieltagen und 5:1 Siegen mussten sie im Kampf um Tabellenplatz eins lediglich den Herren 1 des TC Radolfzell weichen, die sich nun, entgegen aller Erwartungen, Bezirksmeister nennen dürfen.

Bereits im Winter war für die TCN Akteure spürbar, dass der Bezirksmeistertitel in der kommende Sommersaison nur über den TCN führen konnte. Die Tatsache, dass man mit David Rebholz zwar einen Abgang zu verkraften hatte, dafür aber die Neu- bzw. Wiederzugänge Christian Strick und Sebastian Hellmeier begrüßen durfte, boten Anlass für entsprechenden Optimismus. Doch ohne Fleiß kein Preis. Voller Vorfreude auf die bevorstehende Mission bemühte sich Dennis Beermann schließlich um ein Trainingslager und so machte sich das Team um Julien Wigishoff, der den symbolischen Posten des Mannschaftsführers immer noch inne hat, eine Woche vor Saisonbeginn zu neunt auf den Weg nach Riva del Garda. Vier Tage am Stück und fünf Stunden täglich wurde bei angenehmer Hitze gerannt, geackert, lamentiert und gepusht. Spätestens hier sollte jeder zu seiner Form finden. Dass die vielen Trainingseinheiten an die Substanz gingen machte sich dennoch bemerkbar und so hatte jeder seine individuelle Regenerationsstrategie. Während Hellmeier beispielsweise stets bemüht war seinen Kalorienhaushalt im Gleichgewicht zu halten, war Beermann auch mal der Weg zum Buffet zu anstrengend und er beschloss kurzerhand im Bett zu verweilen. Beim Feierabendbier auf der Terrasse waren jedoch alle mitgereisten wieder beisammen. Um dem spätestens in diesen Tagen wieder erwachten Teamgeist nochmal Ausdruck zu verleihen wurde die letzte Trainingseinheit am Gardasee schließlich im nagelneuen Mannschaftsoutfit bestritten, bevor alle Akteure guten Mutes für die kommende Saison die Heimreise antraten. An dieser Stelle möchten sich die Herren des TCN nochmals recht herzlich bei den Trikotsponsoren Timo Doser und Schorsch Strick bedanken!

Mit großer Freude durften die Herren am ersten Spieltag endlich beim Stadtrivalen und Aufsteiger, dem TC Konstanz, auflaufen. Angesichts der gut bestückten Meldeliste der Gastgeber wusste keiner so richtig was ihn dort erwarten wird. Bis auf Wigishoff, der im Trainingslager noch als der Trainingsfleißigste galt, konnte jeder an seine gewohnte Form anknüpfen und so stand es nach den Einzeln verdient 4:2 für den TCN. Auch in den Doppeln ließen die Herren des TCN nichts anbrennen und machten den gelungenen Saisonauftakt mit 6:3 perfekt.   
              
Nächste Station war der TC RW Tiengen 2. Auch hier war das Potential der Gegner absolut nicht zu unterschätzen. Das Spiel nahm einen ähnlichen Verlauf zum vorherigen Spieltag an. Erneut wurden die Partien an den Positionen eins und vier abgegeben und erneut stand es nach den Einzeln 4:2 für den TCN. Die Herren des TCN wussten um ihre Doppelstärke und setzten sich zum Ziel alle drei Doppel für sich zu entscheiden. Nach zwei klaren und einem umkämpften Doppel war der Endstand 7:2 und somit standen die Herren erstmals auf Tabellenplatz eins.

Der folgende Spieltag gegen den TC Radolfzell 1 sollte nicht nur wegweisend, sondern entscheidend im Kampf um den Bezirksmeistertitel sein. Nachdem der TC Radolfzell 1 völlig überraschend den TC Stockach 1, welchen die Herren des TCN als den größten Kontrahenten um den Titel einstuften, geschlagen hatte, wussten beide Teams, dass es sich hier um ein Endspiel handeln könnte. Zwar redete der TC Radolfzell auch an diesem Spieltag noch vom angestrebten Klassenerhalt, doch war es ersichtlich, dass der Einsatz von zwei bezahlten Ex-ATP Spielern an diesem Tag mehr bringen sollte als nur den Klassenerhalt. Dennoch war abzusehen, dass der TC Radolfzell, zumindest an den Positionen, an denen die Eigengewächse aufgeliefen, der Spielstärke der TCN Akteure unterlegen war. Nach den Einzeln stand es somit 4:2 für den TCN. Es fehlte folglich nur noch ein Doppelpunkt zum Sieg. Wer die Herrenmannschaft des TCN schon länger verfolgt weiß spätestens seit den hart umkämpften Partien gegen den TC Kreenheinstetten wie schwer es ist gegen eine Mannschaft ein Doppel zu gewinnen, die zwei bezahlte Top-Spieler in den eigenen Reihen hat. Die Besprechung zur Doppelaufstellung des TCN dauerte dementsprechend lange. So lange wie keine andere in dieser Saison. Immer wieder wurde Überlegtes verworfen um nochmal von neuem nachzudenken. Zwar wusste jeder, dass auch ein Doppel gegen einen der besagten Ex-ATP Spieler zu gewinnen wäre, doch wollte man irgendwie versuchen es nicht darauf ankommen zu lassen. Letztlich wurden drei Doppel gestellt, die alle gewonnen werden können, jedoch alle verloren wurden. In einem Krimi der seinesgleichen sucht musste Doppel eins im Matchtiebreak mit 8:10 abgegeben werden. Nicht weniger tragisch wurde Doppel drei im Matchtiebreak verloren und 

somit auch die Gesamtpartie.

Wohlwissend, dass es an ein Wunder grenzen würde, sollte der TC Radolfzell diese Steilvorlage nicht nutzen, wollten die Herren des TCN in den kommenden Spielen erst recht Stärke demonstrieren. Mit der Partie gegen den TC Stockach 1 trafen die beiden wohl spielstärksten Mannschaften aufeinander. Ein Spiel auf Augenhöhe war zu erwarten und so stand es nach sechs hart umkämpften Einzeln 3:3.  Auch die Doppel gestalteten sich eng. War Pfaff/Uwira der Stockacher Paarung Brizic/von Hebel noch unterlegen, so konnten Beermann/Wigishoff gegen Muck/Steinmann zum 4:4 ausgleichen. Das entscheidende dritte Doppel war bereits im Matchtiebreak. Auf die Nicolaier Paarung Bertsche/Hellmeier war in dieser Saison stets Verlass und so sollte es auch heute sein. Nach einer elendslangen Cross Rally war es Bertsche, der als erster den Weg nach vorne suchte um den Volley gekonnt am Netzspieler gegenüber vorbeizulegen und Matchball Nr.2 somit sicher zu verwandeln. 5:4!.

Im folgenden Auswärtsspiel gegen den TC Überlingen 2 ließ der Mannschaftszusammenhalt zum ersten Mal zu wünschen übrig. Nachdem schon Wochen vorher geplant war, die Reise nach Überlingen geschlossen mit dem Schiff von Allmannsdorf anzutreten, waren es letztlich nur zwei von sieben Nicolaiern, die von dem idyllischen Transportmittel Gebrauch machten. Angekommen, musste wie im vergangenen Jahr, aus Mangel an freien Plätzen, auf die Anlage des TC Altbirnau ausgewichen werden. Dort zeigten sich die Herren in bester Verfassung und ließen dem TC Überlingen keine Chance. 9:0 war schließlich der Endstand.

Das abschließende Saisonspiel wurde gegen die TSG Dettingen/Reichenau bestritten. Nach der bitteren 4:5 Pleite im vergangenen Jahr war Wiedergutmachung die Devise. Ehrgeizig und fokussiert wollte sich keiner der TCN Akteure die Blöße geben und so war auch der Sieg gegen die TSG zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Mit einer 9:0 Serie stiegen die Herren vorzeitig aus dem Geschehen aus, da alle anderen Mannschaften noch ein Spiel zu absolvieren hatten.  

Der Fokus war nun ganz auf den TC Radolfzell gerichtet. Bis dahin ungeschlagen durften sie am letzten Spieltag den TC Überlingen auf der Radolfzeller Anlage willkommen heißen. Aufgrund einer tadellosen Performance der Überlinger am vorherigen Spieltag gegen den TC Konstanz, lag noch ein Funke Hoffnung in der Luft, dass der TC Überlingen eine ähnlich starke Performance auch gegen den TC Radolfzell an den Tag legen würde. So sahen sich vier der Nicolaier verplichtet, nach Radolfzell zu reisen um dem TC Überlingen mit eigener Unterstützung zum Sieg zu verhelfen. Die Radolfzeller ließ die Anwesenheit der Nicolaier säglich unberührt. An diesem Tag war für die Überlinger nichts zu holen und so endete ein unspektakulärer Spieltag mit 6:3 zugunsten des TC Radolfzell.

Die Herren des TCN möchten dem TC Radolfzell an dieser Stelle recht herzlich zum Aufstieg gratulieren und sehen sich, trotz der Tatsache die Radolfzeller Vereinsphilosophie nicht teilen zu können, aufgrund eigenen Unvermögens als verdient geschlagen. Zu gering war an jenem Tag der Glaube an die eigene Stärke und zu groß der Respekt vor den „großen Namen“ des Radolfzeller Aufgebots.    

Was jedoch bleibt und zählt ist eine Mannschaft, die mehr denn je Zusammenhalt bewiesen hat und voller Stolz auf eine unglaubliche Saison, sowohl auf, als auch neben dem Platz, zurückblicken kann. 
Das Trainingsabo für den kommenden Winter ist gebucht. Die Planungen für das Trainingslager laufen bereits. Nach der Saison ist vor der Saison!

Herzlichen Dank an alle Unterstützer vor und während den Spieltagen.

Eure Herren

 10.07.2016

Souveräner Saisonabschluss

TCN gewinnt  Saisonhöhepunkt gegen die TSG Dettingen/Reichenau mit 9:0


Vergangenen Sonntag trafen sich die Männer vom TCN mit ihrenFreunden von der TSG. Jeder Spieler brannte so auf das eigentlich hochklassige Spiel gegen die TSG um die Leistungsklasse zu verbessern. Sodass selbst Beermann freiwillig seine Position als Nr. 1 aufgab um jedem Spieler die Möglichkeit zu geben, sich zu beweisen. Er meinte wörtlich: "Ich bin froh, wenn die anderen der Mannschaft erst mal meine Leistungsklasse erreichen, dann kann ich endlich mal weiter hinten spielen!" 

Sodass immer noch ausgeknobelt werden musste, wer spielt. Nur Führer Wiggishoff war nach seinem letztwöchigen 1A-Auftritt in Überlingen gesetzt. Bei der Auslosung um die Startplätzte hat Uwira leider den kürzesten Strohhalm gezogen, sodass die Aufstellung feststand: Pfaff, Bertsche, Wiggishoff, Hellmeier, Strick und Hamm.  
Um 10:30 betraten die Gegner der TSG endlich die Anlage, nachdem die gesamte Mannschaft unter Anweisung des Führer Wiggishoff geschuftet hat und die Plätze in einem perfekten Zustand waren, sodass sich selbst die Gegner bei Wiggishoff für sein Engagement bedankt haben. Nur leider kam die TSG ohne ihre erhoffte Bank von LK6 und LK7, sodass die TCN- Spieler absolut enttäuscht waren und kaum einen Grund gefunden haben auf den Platz zu gehen. Allen voran Hellmeier, der sich immer noch nach einem Verein umschaut, der ihm endlich Gegner liefert. Aber auch einer der Gegner der auf einen LK 6er von uns hoffte war durchaus sichtbar niedergeschlagen und verstand die Welt nicht mehr.

Sodann ging es trotzdem in die Einzel der ersten Runde. An Position Nr. 2 traf Bertsche auf Storck. Dieses Match war aus vergangener Zeit immer auf Messers Schneide. Allerdings erwischte Bertsche einen Sahnetag und es gab leider nur zwei umkämpfte Spiele pro Satz. Am Ende bedankte Storck sich noch, dass Bertsche ihn nicht noch klarer als 6:2 6:3 vom Platz fegte. Es ist jedoch zu erwähnen, dass Bertsche ab kurz nach 8 auf der Anlage war um sich den Platz ganz genau anzuschauen, jede Unebenheit zu finden und den Spirit des TCN in sich aufzunehmen.  
Ungewöhnlich für die erste Runde wurde das Spiel der Nr. 3 vorverlegt, da der gegnerische Spieler wieder zügig das wunderschöne Wetter an diesem Wochenende genießen wollte. Hier traf Wiggishoff auf den Routinier aus der Spielgemeinschaft Scheureck. Wiggishoff kam perfekt ins Match und dominierte das Spiel mit seinen Stops. Er gewann den ersten Satz klar mit 6:0, obwohl 5 der 6 spiele über Einstand gingen sagte er vor dem Zweiten zu seinem Coach auf der Bank "Heute kann es nur noch ein Ziel geben... Die bekannte Brille zu verteilen". Im zweiten Satz schlug Wiggishoff furios auf und alles sah bis zum 5:0 nach einer "Brille" aus. Jedoch stemmte Scheureck sich mit all seinen Mitteln gegen die Null und schaffte das Break zum 5:1. Danach ließ er sich jedoch hängen, sodass es 2:0 für den TCN stand. 
An Nr. 6 trafen die wieselflinken und wendigen Hamm und Weber aufeinander. Sie vereinbarten schon vor Spielbeginn, dass Stopps nicht gespielt werden dürfen, weil beide eh jeden erlaufen würden. Hamm traf so gut wie jeden Ball und spielte für Weber einfach einen Ticken zu schnell und gewann den ersten Satz mit 6:1. Im zweiten Satz packte Hamm beim Stand von 2:1 seine taktischen Mittel aus und stellte Weber essentielle Fragen bzgl. einer Herren 30 die den Gegner so beschäftigten und aus dem Konzept brachten, dass Hamm schlagartig auf ein 4:1 davonzog. Weber warf noch einmal alles was er hatte rein, konnte jedoch die 3:0 Führung des TCN nicht abwenden und Hamm gewann schlussendlich mit 6:1 6:3. 
In der zweiten Runde traf der an Eins gerückte, durch den Verzicht von Beermann überglückliche, Pfaff auf den Schweizer Lanz. Pfaff wollte endlich mal allen beweisen, wer die wahre Nr. 1 des TCN ist. Obwohl Lanz ordentlich spielte dominierte Pfaff den ersten Satz und passierte den nach vorne stürmenden Schweizer ein ums andere Mal mit seiner beidhändigen Peitschenrückhand. Im Zweiten Satz ist Pfaff beim Stand von 5:2 leider wieder in alte Muster zurückgefallen und ging immer mehr in die Verteidigung über. Mit diesem Spiel hätte er nicht einen leeren Blumentopf gewonnen. Plötzlich stand es 5:4 und Lanz hat seine Chance gewittert. Beim Wechsel, hat Pfaffs Coach Bertsche ihm noch mal die klare Marschroute für das kommende spiel mitgeteilt und diese wurde einwandfrei durch vier gute Aufschläge und einem druckvollen Spiel umgesetzt. Sodass durch das 6:2 6:4 der TCN seine Führung zu einem 4:0 ausbauen konnte und Pfaff sich als erster Spieler der Mannschaft seine LK 6 für die kommende Saison sichern konnte. So wie es durch Beermann eigentlich für die ganze Mannschaft vorgesehen war.  
An Nr. 4 durfte Hellmeier gegen Reisch ran. Der Überflieger der Liga, Hellmeier, hat seinen Gegner zu Beginn wohl unterschätzt. Dieser spielte druckvoll und hat Hellmeier an den Rand der Verzweiflung gebracht. Der erste Satz ging schnell an die TSG, die ihren ersten Punkt schon fast sicher eingeplant hatten. Jedoch, fand der Überflieger schnell wieder zu seiner alten Stärke, die ihn dieses Jahr bereits mehrfach ausgezeichnet hat. Er war am Ende sogar, wie die ganze Saison schon, so gut im Spiel, dass er den Gegner mit seiner Rückhand vom Platz schoss und seine Vorhandwaffe im Halster lies. Schlussendlich ging der zweite Satz an Hellmeier. Nun folgte der Matchtibreak, bei dem es aufgrund der Anzahl der Doppelfehler den Eindruck machte, dass keiner gewinnen wollte. Hellmeier, machte jedoch einen weniger und zog davon. Er brachte durch ein 10:5 im Matchtiebreak dem TCN den so wichtigen fünften Punkt. 
An Nr. 5 durfte die Neuentdeckung des TCN-Scouts und -Führers Wiggishoff, Strick gegen Held auf den Platz. Nach dem der TSGler meinte, dass er sich heute seine LK 8 für die kommende Saison holt und dies Strick mitgeteilt wurde, war er äußerst angetan den etwas jüngeren Gegner klar und deutlich in die Schranken zu verweisen. Dies gelang ihm im ersten Satz wohl nicht, denn er gab zwei Spiele zu viel ab und gewann 6:2. Im zweiten Satz hatte Strick eindeutig die Oberhand und deklassierte Held mit 6:0, und sorgte auch für den Selben Endstand nach den Einzeln.

Nun ging es in die Doppel nach dem der ein oder andere Spieler der TSG direkt nach dem Einzel eingesehen hat, dass an diesem Tag nichts zu holen war und einen Abschied nach polnischer Manier machte. Hier entschieden sich sowohl die TCNler als auch die TSGler für eine Aufstellung von oben herunter. Somit kam es zu den Doppelpaarungen Paff/Bertsche VS. Lanz/Storck; Wiggishoff/Hellmeier VS. Reisch/Held und Strick/Hamm VS. Weber/Von Michaelis. Trotz der starken Gegner auf der andern Seite des Netzes war gegen Pfaff/Bertsche kein Kraut gewachsen, sodass der 7. Punkt mit dem 6:3 6:1 an den TCN ging. Die Beiden hatten bereits ihr erstes "Wasser", wie es sich für einen Sportler gehört, getrunken bis eines der anderen Doppel vom Platz kam. Im zweiten Doppel hat sich nach Anfangsschwierigkeiten in Überlingen wohl eine perfekte Kombination gefunden, obwohl das Ergebnis mit 6:2 6:4 relativ klar erscheint, hat das Gegnerische Doppel durchaus passabel gespielt. Im dritten Doppel haben sich sowohl Hamm als auch Strick und auch die Zuschauer über das altbekannte Gesicht Von Michaelis gefreut. Allerdings waren die Leistungen auf dem Platz bis auf eine Ausnahme des flinken Weber, allerhöchstens durchschnittlich und Hamm/Strick stellte sich als solides Doppel dar. Sie machten mit ihrem 6:1 6:4 die "Neun-Null Klatsche klar.

Im abschließenden Mannschaftsessen wurde die Saison noch mal besprochen und trotz der makellosen Bilanz von Hellmeier, wurde festgestellt, dass diese absolut gar nichts wert ist. Die 1. Herren Mannschaft des TCN bedankt sich bei den zahlreichen Zuschauern auf der Anlage und die tatkräftige Unterstützung und hofft, dass sie nächstes Jahr wieder für die Mannschaft da sind.  
Eure Herren 1

 03.07.2016

Punktesammeln bis der Arzt kommt

Der TCN deklassiert die Oberligareserve des TC 1902 Überlingen mit 9:0


 

Am Sonntag traten die Herren 1 die Reise ins schöne Überlingen auf der anderen Seeseite an. Die 2. Mannschaft des TC Überlingen wurde schon im letzten Jahr deutlich geschlagen und dieses Jahr nahmen sich die Spieler vor möglichst viele Punkte zu sammeln. Julien Wigishoff hatte jedoch im Vorfeld mit einigen Personalproblemen zu kämpfen. Er wollte mit dem bestmöglichen Team antreten um „Punkte zu sammeln bis der Arzt kommt“. Die vorderen Positionen waren schnell mit Beermann, Pfaff, Bertsche und Wigishoff besetzt. Der ehemalige Spitzenspieler Wigishoff wartet nach wie vor auf den ersten Sieg der Saison um sein bröckelndes Image wieder aufzubauen. Für die Position sechs wurde der starkaufspielende Sebastian Hellmeier einstimmig von der Mannschaft aufgestellt. Es galt zu klären wer an Position fünf auflaufen sollte. Die Mannschaft wurde sich schnell einig, dass hier nur Doppelspezialist Robert Uwira in Frage kommen konnte, der auf eine starke Trainingswoche zurückblicken konnte. Uwira hatte jedoch eine Verpflichtung privater Natur im fernen Düsseldorf und stand eigentlich dem Team nicht zur Verfügung. Jedoch bestand Mannschaftsführer Wigishoff darauf das stärkste Team ins Rennen zu schicken „koste es was es wolle – zur Not fliegen wir Uwira eben ein. Es fliegt zwar sonst keine Mannschaft einen Spieler für die Position fünf ein aber ungewöhnliche Ziele erfordern ungewöhnliche Maßnahmen“. Gesagt, getan: der Klingelbeutel ging durch die Mannschaftsrunde um den SWISS Flug LX1017 für Uwira zu buchen. Glücklicherweise war der Klingelbeutel gut gefüllt und man konnte für 13,17 Euro und 2 Pfandmarken der Blechnerei einen Flug Düsseldorf - Zürich erstehen. Mannschaftsführer Wigishoff konnte daher mit einem starken Team die Reise nach Überlingen antreten.

An Position zwei traf Hobbykicker und Fernbusdauerfahrer Fabian Pfaff auf Routinier Andreas Durban. Es war ein Spiel auf Augenhöhe in dem die Zuschauer vor allem zwei Dinge zu sehen bekamen: viele schöne Vorhände und keine durchgezogene Rückhand. Nach verpasstem Start lag Pfaff 0:4 zurück und auch eine verspätete Aufholjagd konnte den Satzverlust mit 6:7 nicht verhindern. Pfaff wechselte seinen Berater auf der Bank aus, konnte prompt erste Erfolge verzeichnen und gewann den Satz mit 6:0. Der Matchtiebreak entwickelte sich zu einem Krimi der seinesgleichen sucht. Mit 9:6 führte Pfaff, konnte aber keinen der Matchbälle nutzen. Immer wieder haderte er mit seinem Spiel und stellte seine taktische Ausrichtung infrage. Beim Stande von 10:11 und 13:14 hatte Durban selbst zwei Matchbälle, konnte diese aber nicht nutzen und musste sich am Ende Sandplatzwühler Pfaff mit 16:14 geschlagen geben. Am Ende kein hochklassiges aber spannendes Spiel - Pfaff hat sich wohl von den Bodenseetatorten inspirieren lassen. In der abschließenden Spielanalyse musste Pfaff einräumen, dass die Umstellung in der Vorwoche von der einhändigen auf die beidhändige Rückhand doch nicht die erhoffte Sicherheit gebracht hat. „Nächste Woche werde ich meine letzte Alternative ausprobieren: ich spiele einfach zwei Vorhände; eine mit links und eine mit rechts. Gegen Moritz Storck muss das irgendwie reichen.“

Der abgewählte Sportvorstand Julien Wigishoff bekam es an Position vier mit Dr. Philip Baur zu tun. Wigishoff, der auf seinem Einzelpunktekonto nach wie vor nach etwas Zählbarem suchen muss, ging hochmotiviert in die Partie. Auf die Frage wie er sich vorbereitet habe antwortete der angehende Pädagoge: „ich habe nicht ein einziges Mal trainiert letzte Woche aber ich bin extrem heiß.“ Wigishoff startete stark und lieferte sich Rallys auf einem ordentlichen Niveau und konnte nach hartem Kampf ein Break aufholen und am Ende den ersten Satz mit 7:5 sein Eigen nennen. Satz zwei konnte der Wahl-Doppelstädter mit all seiner Routine vor den Augen von Edelfan Jutta Wigishoff für sich entscheiden und holte damit Punkt Nummer zwei für den TCN.

Der aus der Agglomeration von Hamburg stammende Sebastian Hellmeier ging hochmotiviert in die Partie gegen Benjamin Blitzer. Auf dem Papier war die Partie klar: Hellmeier strebt die LK 7 an, Blitzer wird derzeit mit LK 21 geführt. Doch Promotionsstudent Hellmeier, der eine Vorliebe für Döner und Pizza hat, ist Profi genug keinen Gegner zu unterschätzen. „Ich habe einmal Uwira&Wigishoff im Kleinfelddoppel nicht ernst genommen und eine heftige Niederlage kassiert. Diesen Fehler mache ich nicht mehr. Ich möchte mich für die höherklassigen Ligen im Bodenseeraum empfehlen.“ Promotionsstudent Hellmeier ließ dem jungen Blitzer keine Chance und holte mit einem ungefährdeten 6:1 und 6:0 den dritten Punkt für das Team vom Turbenried.

Spitzenspieler Dennis Beermann bekam Unterstützung aus der schwäbischen Heimat von seinen Eltern und wollte gegen Christoph Herr nichts anbrennen lassen. Mit starken Aufschlägen, gut platzierten Grundschlägen und starken Volleys war Beermann eindeutig Herr der Lage und spielte seinen Gegner phasenweise sogar her(r). „Ich bin zufrieden, dass ich heute eine super Leistung abrufen konnte – einfach herrlich. Ziel muss es sein dieses Niveau bis zum nächsten Spieltag zu transportieren. Letztes Jahr habe ich in Dettingen verloren. Dies möchte ich am 10. Juli unbedingt verhindern – bringt mir jeden Schweizer. Ich bin bereit.“ so Bierliebhaber Beermann.

Mit Frank Endres vs. Dominik Bertsche wurde die Partie vom Vorjahr wiederholt. Babolat-Spieler Bertsche konnte sich auf seine technisch saubere Rückhand verlassen und dominierte Endres in jeder Situation des Spiels. Bertsche konnte zwar auch schon im letzten Jahr Endres bezwingen doch gelang ihm dies meist durch seinen guten Vorhandslice und seine gute Laufarbeit. Das Überlinger Publikum staunte nicht schlecht, als Bertsche dieses Jahr mit technisch einwandfreien Schlägen aufwartete und etliche Vorhände mit einem „OOOHHHH“ und „AAAHHHH“ goutiert wurden. „Das Eimertraining in Riva del Garda mit Drillmaster Uwira hat mich einfach zu dem gemacht was ich bin und was ich hier heute gezeigt habe. Ihm verdanke ich alles und ich hoffe ich darf diese Saison noch ein Doppel mit ihm spielen. Das wäre das größte für mich“, so Bertsche nach seinem Sieg. Dieser Erfolg ließ die Nicolaier mit 5:0 in Führung gehen und damit stand der Gesamtsieg fest.

Der aus Düsseldorf eingeflogene Uwira hatte einen Tag, den sich kein Tennisspieler wünscht: einen rabenschwarzen Tag. Gegen den unorthodox aufspielenden Sandro Müller tat sich Uwira sichtlich schwer. Immer wieder stürmte er vergeblich ans Netz um sich ein ums andere Mal passieren zu lassen. Breakbälle blieben ungenutzt und generell fehlte Uwira immer wieder die letzte Durchschlagskraft. Nach 2:5 Rückstand kämpfte sich Uwira auf 5:5 heran, um dann die nächsten zwei Spiele mit vielen Eigenfehlern seinem Gegner auf den Silbertablett zu servieren. Wahlschweizer und Marketingexperte Uwira befolgte in diesem Moment altbewährte Werbestrategien: aus Scheiße Gold machen. Sein Tennisspiel wurde nicht ansatzweise attraktiver aber wenigstens reduzierte er die Eigenfehler und kämpfte weiter. Dies wurde mit 6:4 und dem Gewinn des zweiten Satzes belohnt. Im entscheidenden Matchtiebreak schaffte Uwira das Kunststück sein Niveau nochmals deutlich runterzuschrauben. Beim Stand von 3:7 fasste er sich jedoch ein Herz und gewann am Ende unverdient mit 11:9 und sicherte den Konstanzern den sechsten Punkt. „Unsere Gönner und Sponsoren haben meinen Einsatz teuer bezahlt und erwarten, dass ich Punkte liefere. Auch die Mannschaft hat einen Sieg gefordert - da musste ich einfach liefern. Tennis ist manchmal ein merkwürdiger Sport. Ob ich nächste Woche aufgestellt werde gilt es zu diskutieren, heute habe ich mich definitiv nicht empfohlen.“ so der selbsternannte Pressesprecher des TCN.

Mit einer 6:0 Führung gingen folgende Doppel ins Rennen: Beermann/Uwira vs. Herr/Endres. Wigishoff/Hellmeier vs. Durban/Blitzer und Pfaff/Strick vs. Bauer/Müller. Nach schwachem Start konnte die Paarung Beermann/Uwira das Blatt wenden und gewannen mit 7:6 und 6:1. Hierbei sind vor allem die starken Schmetterbälle von Uwira und die gute Defensivarbeit von Beermann zu erwähnen. Pfaff und Strick zeigten Doppel vom feinsten und verpassten nur knapp die unter Tennisspielern bekannte „Brille“. Der hochgewachsene Hochschulabsolvent Hellmeier und der weltoffene Wunschbeamte Wigishoff spielten anfangs etwas zu unkonzentriert und mussten nach verlorenem ersten Satz in die Verlängerung. Satz zwei und drei wurden jedoch mit 6:1 und 10:3 gewonnen und frenetisch beklatscht. „Hier hat sich ein neues Traumdoppel am Tennishimmel gezeigt.“ erklärte ein überschwänglicher Julien Wigishoff. Nordlicht Hellmeier sprühte etwas weniger vor Enthusiasmus und kommentierte den Sieg mit einem knappen: „Ich bin zu 100% für diesen Sieg verantwortlich.“

Die ersten Herren des TC Nicolai hatten im abschließenden Mannschaftsessen noch die Freude gute Seesicht zu genießen und sogar mit einem Radolfzeller Spieler speisen zu dürfen. Dies machte die Mannschaft stolz, denn schließlich kommt man nur selten in den Genuss mit einem zukünftigen Oberligaspieler an einem Tisch zu sitzen und sich so offen auszutauschen. Wir wünschen dem TC Überlingen viel Erfolg im Abstiegskampf und freuen uns auf unser letztes Spiel am 10. Juli auf der Anlage des TC Nicolai.

Eure Herren 1

26.06.2016

"Amenakoi!"

Der TC Nicolai triumphiert in einem Duell auf Augenhöhe über den TC Stockach

Hätte man die Sportexperten zu Beginn der diesjährigen Verbandsrunde gefragt, in welcher Partie der Bezirksmeistertitel in der Königsklasse des Bezirk 4 ausgespielt würde, die meisten hätten wohl auf die Begegnung verwiesen, die sich am vergangenen Sonntag auf der Anlage am Turbenried ereignet hatte. Hier trafen zwei Mannschaften aufeinander, die sich in Spielstärke, Ambition und Fairness absolut ebenbürtig waren und den Zuschauern fantastisches sowie spannendes Tennis boten. Dass leider bereits beide mit einer 4:5 Niederlage gegen die personell starke Radolfzeller Truppe von den direkten Aufstiegspositionen verdrängt worden waren, tat der Atmosphäre auf und neben dem Platz keinen Abbruch.

Punkt 13 Uhr eröffneten von Seiten des TCN Beermann, Bertsche und Strick die erste Runde.

An Position 2 fand sich Beermann einem ehemaligen Juniorenspieler des TC Nicolai gegenüber: Vincent Muck, der in den letzten Jahren mehr und mehr zu seiner Form als Semiprofi fand und dieses Jahr die LK1 sein Eigenen nennen darf, setzte dem Konstanzer von Anfang an hart zu. Mit Aufschlag und Vorhand versuchte der Stockacher das Spiel zu dominieren, während Beermann seinen Gegner in lange Ballwechsel zu verwickeln suchte. Die beiden Strategien gingen jeweils zum Teil auf, sodass nach 90 Minuten Spielzeit die Zähltafel aus Sicht des TCN 4:6, 6:3 anzeigte. Im entscheidenden Match-Tiebreak spielte Muck dann stark auf, servierte hart und präzise und passierte Beermann in zwei entscheiden Momenten am Netz. So ging die Entscheidung mit 10:6 an Radolfzell. Beermann hierzu: „Es war eine enge Partie, in der mir das letzte Quäntchen Entschlossenheit fehlte. Ich könnte hier viele Ausreden angeben, warum es am Ende nicht gereicht hat, beispielsweise meine momentane berufliche Belastung in Ostdeutschland oder die konzeptionellen Differenzen mit Coach Wigishoff   [1]   heute auf der Bank. Im Endeffekt habe ich aber selbst schuld, wenn ich die entscheidenden Punkte nicht mache.“

An Nummer 4 fand sich der „Joker“ des TC Nicolai, Dominik Bertsche, mit Niklas Stanizweski einem Hardhitter gegenüber, der normalerweise seine Gegner vom Platz zu fegen versucht. Bertsche, seit Wochen mit seinen Gegnern unterfordert und glasklarer Punktegarant der Mannschaft, konnte erneut von sich überzeugen und bewies allen Zweiflern, dass seine diesjährige Einstufung vor Wigishoff ein notwendiger Schritt in einem Generationenwandel innerhalb der Herren 1 war. Mit seiner ihm eigenen, von Nikotin und Teerstoffen befeuerten Fitness, entnervte er Stanizweski in gewohnter Manier, der den Ball einfach nicht tot bekam. Bis zum Stande von 6:2, 5:2 lief alles wie geplant, doch dann ließ Bertsche leicht nach und Stanizewski konnte zum 5:4 verkürzen, sodass die Sache noch kurz spannend zu werden schien. Was folgte, war bitter für den Stockacher: Zwei leichte Vorhandfehler und ein Doppelfehler bildeten Verpackung und Schlaufe seines letzten Aufschlagspiels, das er dem Geburtstagskind Bertsche (26) zum Geschenk machte, sodass hier mit 6:2, 6:4 der TCN seinen ersten Punkt einfahren konnte.

An Position 6 traf Christian Strick, passionierter Weißweinschorle-Gourmet und neugefundener Leistungsträger des TCN an den hinteren Positionen, auf Henrik von Hebel. Von Hebel, der für kompromissloses „Hop-oder-top“-Tennis bekannt ist, demontierte letztes Jahr Wigishoff noch sehr kaltschnäuzig zu Leiden einer Stockacher Plane und versuchte, diesen Trick mit Strick zu wiederholen. Dieser hatte jedoch ein eindeutiges Spielkonzept vorzuweisen: Mit langen Schlägen und wenig eigenen Fehlern erarbeitete er sich den statistischen Vorteil und holte somit kein leichtes, aber am Ende doch souveränes 6:3, 6:3 heraus. Strick hierzu: „Ich möchte natürlich, dass die Mannschaft nun merkt, dass sie auf mich zählen kann. Wenn ich also dann schon einen Einsatz bekomme, bereite ich mich auch konsequent darauf vor. So hieß es am Samstagabend: Kein Alkohol, kaum Rauchen, Erarbeitung eines Spielkonzepts. Dieses Konzept ging heute auf und ich strebe nun nach mehr.“ In der Tat erzählte Strick am selben Abend noch jedem, der es hören wollte, dass er die LK6 ins Auge fasse, um noch mehr von sich zeigen zu können, auch an den vorderen Positionen. Wir sind gespannt.

So stand es 2:1 nach der ersten Runde, als Haake, Pfaff und Hellmeier ins Geschehen eingriffen.

Jochen Haake durfte auf dem   Court Julien Wigishoff   die Spitzenpartie gegen Denis Brizic bestreiten. Experten munkeln, dass Haake ursprünglich nicht in der Start-Sechs der Konstanzer stand, jedoch eine Neuabstimmung der demokratisch aufgestellten Truppe herbeiführte und sich so in einer knappen Entscheidung an Wigishoff vorbeimogelte, der daraufhin nur als Coach fürs Einzel verpflichtet wurde. Haake selbst stand hierzu leider nicht zu einem Kommentar zur Verfügung. Jedenfalls bot sich den Zuschauern ganz großes Tennis, in dem der Outdoor-Liebhaber des TCN bewies, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Der erste Satz bot phasenweise gutes Tennis, doch vermochte Haake zu wenige eigentlich enge Spiele für sich zu entscheiden, sodass es recht zügig 2:6 stand. Angefeuert von seinem gelegentlichen Seilpartner Beermann, der seine eigene Niederlage gut überwand und ihn stets in seiner Spielanlage beteuerte, zeigte sich der Mitvierziger im zweiten Durchgang hochkonzentriert, gewann viele enge Aufschlagspiele und schaffte nach einem ärgerlichen Break sogar ein direktes Rebreak, sodass der Tie-Break hier die Entscheidung bringen musste. Hier zeigte Brizic, der erst in spätem Alter zum Tennis fand und sich in den letzten Jahren ähnlich wie Muck kontinuierlich verbessert, sehr gutes Tennis und konnte mit einigen spektakulär erlaufenen Bällen den Hardhitter Haake niederringen. Das Endergebnis lautete somit 2:6, 6:7 aus Sicht des TCN.

An Position 3 bekam es Fabian Pfaff mit Moritz Steinmann zu tun, der letztes Jahr durch ein kontrovers geführtes Interview seinen vermeintlichen Wechsel zum TCN eigentlich bereits zugesichert hatte, nun aber doch erneut für Stockach aufschlug. Pfaff, eigentlich bekannt als Spätstarter, spielte von Beginn an fulminant auf und ließ Steinmann im ersten Satz mit druckvollen Vorhänden und „oh’ah‘gneama“ Slice-Rückhänden eindeutig hinter sich, 6:3 zeigte die Zähltafel. Im zweiten Satz bewies Steinmann dann jedoch, warum der TCN ihn letztes Jahr auf seine Transferliste gesetzt hatte: Er kämpfte sich ins Spiel zurück, konterte Pfaff ein ums andere Mal aus und rang den HTWG-Studenten buchstäblich nieder, sodass nach 3:6 nun der Match-Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Leider gelang es unserem Materialtüftler und eigentlichen Nichtraucher hier nicht, zur Dominanz des ersten Satzes zurückzukehren, sodass dieser 7:10 in einer ähnlichen Manier des ersten Satzes an Stockach ging. Der sehr nachdenkliche Pfaff hierzu: „Es ist schon auffällig, dass Dennis und ich heute beide in den Match-Tiebreak gehen mussten, ihn beide verloren und wir beide noch gestern zusammen in unserem Stamm-Etablissement in Konstanz, dem Kolbenfresser, etwas versumpft sind. Vielleicht sollten wir uns hier in Zukunft eher ein Beispiel an Strick und Hellmeier nehmen, die am Samstagabend die Ruhe gesucht haben und heute beide überzeugen konnten.“

Im letzten Einzel des Tages sah sich an Position 5 Sebastian Hellmeier, Geheimwaffe des Turbenried und Überflieger der Liga, einem aufstrebenden Jungstar gegenüber: Marvin Fiedler suchte den vierten Einzelpunkt für Stockach zu holen. Hellmeier bewies jedoch erneut, warum ihm so schnell keiner den Helm verdreht: Mit gewohnt übermenschlichen Aufschlägen und Vorhand-Winnern schickte er Fiedler Bälle sammeln und legte stark zum 5:2 vor. In diesem Moment betrat Wigishoff als Coach den Platz und holte den Norddeutschen erstmal „auf den Boden der Tatsachen zurück“, wie er es selbst ausdrückte: Fiedler verkürzte auf 5:5. Hellmeier jedoch blieb cool, nahm die neue Herausforderung des Handicap-Coaches gerne an und spielte daraufhin wieder seinen Stiefel runter: Mit 7:5, 6:3 hielt er den TCN im Rennen und erweiterte sein Portfolio, mit dem er wohl direkt nach der Saison bei Grün-Weiß Mannheim vorsprechen wird.

Es stand also 3:3 nach den Einzeln in einer absolut ebenbürtigen Partie, in der nun die Doppel die Entscheidung bringen sollten. Die Mannschaft unter Coach und Führer Wigishoff konnte personell aus den Vollen schöpfen, da sowohl Robert Uwira, bis letzte Woche noch zum Unverständnis der Mannschaft in Afrika unterwegs, als auch die Ikone Wigishoff selbst Spielinteresse am Doppel anmeldeten. Auf die Frage, wie er den Ball treffe, antwortete Wigishoff gewohnt pragmatisch: „Ich hab mich halt eingespielt.“  In einer langen Diskussion entschied man sich, die komplette Rotation durchzuführen und nahm Haake und Strick heraus. Bertsche, den manche als den insgeheimen Kopf der Mannschaft bezeichnen, kommentierte hierzu: „Zusammen mit Dennis habe ich ein Wahrscheinlichkeitsmodell für die Doppel auf Basis von Zeitreihenanalyse und Optimalsteuerung erstellt und gelöst, um die perfekte Aufstellung zu finden. Die Antwort lautete: Wir müssen zwei Doppel gewinnen.“ Nachdem darüber Klarheit gewonnen war, fand man schnell die richtige Aufstellung für diese Aufgabe: Beermann-Wigishoff, Pfaff-Uwira und Bertsche-Hellmeier sollten auf Punktejagd gehen.

Im ersten Doppel unterstrich das neu gefundene Doppel Beermann-Wigishoff seine derzeit brillante Form und spielte gegenüber der jüngeren Gruppierung Muck-Steinmann ihre gesamte Erfahrung aus. Mit aggressiven Grundschlägen und mehr als soliden Volleys bauten sie ein ums andere Mal die „Wand am Netz“ auf, in der schon so viele andere Gegner vergebens ein Loch gesucht hatten. Motiviert bis unter die Hutschnur ließen sie nichts anbrennen (sogar Wigishoffs Aufschlag überschritt stellenweise die 120km/h-Marke), verzichteten sogar auf Volley-Lobs und lieferten mit 6:4 6:3 den ersten, souverän eingefahrenen Punkt für den TCN.

In Doppel zwei hatten Pfaff-Uwira, bisher noch ein recht frisches Doppel ohne große Vergangenheit, eine schwierige Aufgabe: Brizic-v.Hebel zeigten sich als das entscheidende Quäntchen besser und machten den Nicolaiern das Leben mit harten Auf- und Grundschlägen schwer. Zwar ließen die beiden es nie an Konzentration oder Motivation fehlen, doch lautete am Ende das Ergebnis doch 4:6, 5:7 – denkbar knapp, aber leider doch eine Niederlage. Uwira kommentierte hierzu ganz ehrlich:  „Wenn wir zehnmal gegen die Jungs spielen, gewinnen wir wahrscheinlich dreimal. Heute war leider keines dieser Male.“

Es musste also beim Gesamtstand von 4:4 im dritten Doppel die Entscheidung fallen. Mit Bertsche-Hellmeier hatte der TCN hier auf eine gut harmonierende, seit dieser Saison alteingesessene Paarung gesetzt. Sie mussten sich den schnellen Schlägen von Stanizewski-Fiedler entgegensetzen, ebenfalls durchaus kein schlechtes Doppel. In einer Partie, die analog zur emotionalen Verfassung von Hellmeier zu verlaufen schien, ging der erste Satz zunächst mit 4:6 an Stockach, und auch der Beginn des zweiten gestaltete sich sehr eng. Als der Hamburger dann jedoch aufhörte, „rumzupiesen“ und wieder zu seinen harten Schlägen fand, drehte sich die Partie: Mit der guten Vorbereitung von hinten konnte Bertsche nun am Netz wieder aktiv werden und Punkte eintüten. 6:3 lautete das Ergebnis des zweiten Satzes. Und so war es dann: 4:4 in einem Duell auf absoluter Augenhöhe, der Match-Tiebreak des letzten Doppels liefert die Entscheidung über den gesamten Spieltag. Das ist Tennis mit unübertrefflicher Spannung, wie wir es kennen und lieben. Mit Genie und Wahnsinn auf beiden Seiten wurde bei 9:8 für den TCN ein Matchball abgewehrt, bei 9:9 durch einen starken Aufschlag ein neuer herausgespielt und bei 10:9 gab es einen Marathon-Crossballwechsel zwischen Bertsche und Fiedler. Auf einen etwas kürzeren Ball des Stockachers sprintete Geburtstagskind Bertsche nach vorne, legte den Volley gekonnt-unerreichbar neben Stanizewski und beschenkte sich und die Mannschaft somit mit dem 5:4-Sieg in diesem großartigen Spieltag. Wir bedanken uns bei allen Zuschauern, die den Weg auf die Anlage gefunden haben: Was wir dieses Jahr an Rückhalt und Anfeuerung im Verein erfahren haben, ist einfach nur sensationell und macht uns stolz darauf, den Verein leistungstechnisch repräsentieren zu dürfen.

Im darauffolgenden Grill- und Geburtstagsfest zeigte sich die knapp geschlagene Mannschaft aus Stockach als gesellig und in keinster Weise eingeschnappt, was noch einmal die Kragenweite dieses Teams unterstreicht. Auch Oberschiedsrichter Steinmann, der vor dem Spiel vorsichtshalber den anwesenden Zuschauern noch vorgestellt wurde, schien beim allzu bitteren Zurückbleiben beider Mannschaften hinter Radolfzell noch eine positive Folge zu erkennen: Nächstes Jahr erleben wir wohl eine Neuauflage der Partie dieser „Mannschaften auf Augenhöhe“.

 

Eure Herren 1



[1]   Julien Wigishoff, heute als Mannschaftscoach dabei und daher nicht im Einzel eingesetzt, Anm. d. Red.

 19.06.2016

"Halt die Fresse, Sascha!"

Nicolai unterliegt TC Radolfzell im Aufstiegsdrama mit 4:5



Im ersten Heimspiel der Saison wollte die Herrenmannschaft des TC Nicolai den guten Start veredeln und gegen die ebenfalls noch ungeschlagene Mannschaft des TC Radolfzell die Tabellenführung weiter manifestieren. In der Vorbereitung wurde nichts dem Zufall überlassen, ein Großteil des Teams traf sich bereits drei Stunden vor Spielbeginn zum gemeinsamen Frühstück. Auch die Plätze wurden mit der neuesten Errungenschaft des Vereins, dem Courtbuggy, noch einmal gründlich überarbeitet. Während die meisten Spieler des TCN mit dem Fahrrad und schwer bepackt mit Obst, Salaten, Brezeln, Kuchen und Grillgut an die Jakobstraße kamen, rieb man sich beim Eintreffen der Gäste verwundert die Augen. War der Tscheche Pavel Snobel (ehemals 154 ATP) noch an der Spitze der Aufstellung erwartet worden, überraschte ein weiterer in Konstanz gut bekannter Ex-Profi wirklich jeden der anwesenden Spieler und Fans. Andrei Merinov, vor einigen Jahren noch Nummer 141 der ATP-Weltrangliste und inzwischen auf LK 13 zurück gefallen, machte sein erstes Spiel seit Jahren für einen deutschen Verein. Um dies möglich zu machen, wurden bei den Mettnauern keine Kosten und Mühen gescheut. So flog der in St. Petersburg wohnhafte Russe am Samstagabend aus seiner Heimat nach Zürich, um seiner Mannschaft in diesem wichtigen Spiel zu helfen, um gleich am Sonntagabend wieder den Rückflug anzutreten. Dennoch wollte der Tabellenführer aus Konstanz angesichts der namhaften Gegenspieler nicht in Ehrfurcht erstarren, sondern strebte eine 4:2-Führung nach den Einzeln an.

Dieses Ziel musste jedoch zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben werden, da uns Petrus wie an bislang jedem Sonntag in diesem Sommer nicht wohlgesonnen war. So regnete es die ersten zwei Stunden des dritten Spieltags nahezu ununterbrochen. In dieser Pause kam es durch einige Sticheleien beiderseits bereits zu einer aufgeheizten Atmosphäre. Während die Radolfzeller aufgrund des bereits gebuchten Rückflugs von Merinov, 1997 noch im Hauptfeld der French Open in Roland Garros und heute am Turbenried, auf eine Austragung in der Halle drängten, machte der Gastgeber um Mannschaftsführer Wigishoff trotzig von seinem Recht Gebrauch, die weitere Entwicklung des Wetters abzuwarten. Auch Androhungen des Gästemannschaftsführers, bei einer etwaigen Verlegung in einer mit noch mehr Ex-Profis gespickten Aufstellung in Konstanz vorstellig zu werden, ließen die TCN-Akteure indes kalt. Nachdem es um circa 15 Uhr aufgehört hatte zu regnen, taten die Nicolaianer inklusive der Reservespieler Robert Uwira und Christian Strick alles in ihrer Macht stehende, um die Plätze mit Hilfe von Schwammrollen, Schwämmen und diversen Abziehmatten bespielbar zu machen. Die Spieler des TC Radolfzell konzentrierten sich auf ihre anstehenden Matches, indem sie dem Treiben auf der roten Asche gelassen von außen zusahen. Als nach einem über sechzigminütigen Arbeitseinsatz, in dem der bemerkenswerte Teamzusammenhalt einmal mehr eindrucksvoll demonstriert wurde, drei Plätze von den Wasserpfützen befreit werden konnten und TCN-Gallionsfigur die jeweiligen Gegenspieler zum Tanz auf die Courts bat, stellte sich heraus, dass der TC Radolfzell die Plätze als noch nicht bespielbar einstufte. Wortführer und Sprachrohr der Mettnauer war dabei der Vater eines Radolfzeller Racketcracks, der sich über den rutschigen Untergrund und die Tatsache, dass der Oberschiedsrichter ihm nicht vorgestellt wurde, beschwerte. „Ich spiele seit 1998 Tennis und wusste dennoch nichts davon, dass der Oberschiedsrichter allen anwesenden Zuschauern vorzustellen ist. Das tut mir sehr leid, ich nehme den Fehler auf meine Kappe und kann versichern, dass das nicht noch einmal vorkommen wird“, so der reumütige Diskussionspartner Wigishoff anschließend.

Da die Damen 2 die Austragung ihres Heimspiels auf einen späteren Termin verschoben und die Mettnauer den Untergrund dann doch als zumutbar anerkannten, konnten alle sechs Einzel nahezu zeitgleich gestartet werden. An den Positionen vier und sechs sorgten Dominik Bertsche und Sascha Hamm im Expresstempo für die 2:0-Führung. Während Hamm seinen sympathischen Gegner Michael Freitag, der sich bei der Trocknung der Plätze hilfsbereit zeigte, nach allen Regeln der Kunst vorführte und ihm die Brille verpasste, profitierte Bertsche vor allem im ersten Satz vom mangelnden Grip am Schuhwerk seines Gegners Frederic Paret. Als dieser seine Bereifung austauschte, war er schon zu weit ins Hintertreffen geraten, um seinem Gegenüber noch gefährlich zu werden. Ebenso schnell wie die Führung gekommen war, war sie auch wieder weg. Dies beunruhigte den TCN jedoch wenig, waren doch die klaren Zweisatzniederlagen von Jochen Haake gegen Snobel im Spitzeneinzel und Vereinsikone Wigishoff gegen Merinov an Position fünf einkalkuliert worden. Wigishoff konnte seinem Gegner wenigstens zu Beginn des zweiten Satzes Paroli bieten; Haake am Ende leider kein Spiel sein Eigen nennen. „Die Überlegenheit von solchen Gegnern muss man einfach neidlos anerkennen, das ist nicht meine Kragenweite. Da treffen heute auch zwei Vereinsphilosophien aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich hoffe, dass sich unser Kollektiv heute durchsetzt“, so der Konstanzer Frontmann recht zuversichtlich. Die beiden verbleibenden Einzel von Dennis Beermann gegen Julian Grieser und Fabian Pfaff gegen Patrick Zaglauer sollten nun beide tunlichst gewonnen werden, um die Vision vom dritten Sieg im dritten Spiel weiter am Leben zu erhalten. Beide spielten nicht am oberen Limit ihres im Training an den Tag gelegten Leistungsniveaus und boten trotzdem ansehnliche Matches, die teilweise auf des Messers Schneide standen. Kurz nachdem Beermann in einer emotional geführten Begegnung seinen dritten Matchball zum 7:6/6:3-Erfolg verwandelt hatte, servierte auch Pfaff Matchgewinn. Nicht ganz ohne Probleme, am Ende aber doch verdient, tütete der Materialspezialist die angepeilte 4:2-Führung für die Gastgeber ein.

Als der TC Radolfzell noch Vereinstrainer Norman Bingeser an Stelle von Michael Freitag für die Doppel einfliegen ließ, wurde allen Beteiligten schnell klar, dass noch keine Vorentscheidung gefallen war. Die Konstanzer entschieden sich dafür, die gleichen sechs Spieler wie im Einzel auch im Doppel aufzubieten. Dies bedeutete auch, dass Wahlschweizer Robert Uwira weiterhin auf seinen ersten Saisoneinsatz warten muss: „Nachdem ich fast niemanden aus der Mannschaft zu meinem Geburtstag eingeladen sowie den ersten Tag im Trainingslager und die ersten beiden Saisonspiele ohne Fremdverschulden verpasst habe, ist mein Stand in der Mannschaft momentan nicht der leichteste. Aber ich bin lange genug dabei, wenn ich nächste Woche gewinne, tragen die anderen Spieler mich wieder auf den Schultern vom Platz. Ich werde nach dem Spiel als Grillmeister in Erscheinung treten, das macht schon mal einiges wieder gut“, so der medienwirksame Marketingexperte.

In drei engen Doppeln war die Paarung Beermann/Wigishoff gegen Snobel/Paret spielerisch nicht weit vom Gegner entfernt, musste aufgrund eines Breaks pro Satz dennoch die Segel streichen. „Vor allem Paret ist im Doppel über sich hinausgewachsen. Gepaart mit der unbestrittenen Klasse von Snobel stellte uns das vor eine riesige Herausforderung. Um dieser Gegner in der Form zu bezwingen, brauchen wir schon einen Sahnetag“, stellte Berufsmathematiker Beermann nach der Partie fest, nur um hinzuzufügen, dass jetzt alles in den Support der anderen beiden Doppel gelegt werden müsse, um mindestens eines zum Sieg zu schreien. Zuerst ging das Einserdoppel Haake/Hamm versus Grieser/Zaglauer in den Matchtiebreak. In dieser Kurzentscheidung war richtig Druck auf dem Kessel. Nachdem mit besserem Ende für den TCN zehn Minuten über einen Ballabdruck diskutiert wurde, ließ sich Gästekapitän Julian Grieser nach einem von Sascha Hamm wortlos(!) eingekreisten, deutlich ins Aus geflogenen Balles, zum in der Überschrift festgehaltenen Kraftausdrucks hinreißen. Obwohl beim Stand von 8:8-Punkten das Momentum zurück auf die Seite des TCN-Spitzendoppels gewandert zu sein schien, sorgten zwei stark gespielte Punkte von Grieser/Zaglauer für den frenetisch gefeierten 4:4-Ausgleich. Zum Zeitpunkt des verwandelten Matchballs lagen Fabian Pfaff und Dominik Bertsche auf Platz drei bereits mit 4:7-Punkten im finalen Entscheidungs-Matchtiebreak zurück. Obwohl man gegen die erfahrenen Bingeser/Merinov mit allen Mitteln versuchte, noch einmal zurück zu kommen, gelang dies leider nicht mehr, so dass man dem TC Radolfzell am Ende schweren Herzens zu einem 5:4-Auswärtssieg gratulieren musste. Pfaff: „Im ersten Satz haben wir nicht gleich Zugriff auf das Match bekommen und unsere Chancen nicht genutzt. Der zweite Durchgang war dann viel besser. Im Matchtiebreak fehlte uns leider der Killerinstinkt. Das tut weh.“

  Nach dem abschließenden Essen, an dem drei der sieben eingesetzten Radolfzeller Akteure teilnahmen, zeigte sich in der schweren Stunde einmal mehr, wie groß beim TC Nicolai das Mannschaftsgefüge geschrieben wird. Bis in die späte Nacht saß man noch zusammen und wurde sich immer mehr bewusst, welch große Chance man heute gemeinsam vergeben hatte. Zwar ist der Bezirksmeistertitel noch nicht völlig außer Reichweite, doch hat man nichts mehr in der eigenen Hand. Die Stachel der Enttäuschung sitzt tief, vielleicht wird er in den kommenden Tagen ein wenig dem Stolz weichen, eine mit mutmaßlich mehreren tausend Euro verstärkte Radolfzeller Auswahl an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben.

Eure Herrenmannschaft

 12.10.2016

Spielbericht der ersten Herrenmannschaft zum Auswärtsspiel in Tiengen



Mit einem von Mathematiker Fabian Pfaff mühsam errechneten Durchschnittsalter von 29,33 Jahren reiste die 1. Herrenmannschaft des Tc Nicolai Konstanz zum Auswärtsspiel an den Hochrhein, um gegen den Tc RW Tiengen die am ersten Spieltag erkämpfte Tabellenführung zu bestätigen und weiter auszubauen.

Zwei Dinge erschwerten jedoch dieses Unterfangen: zum einen konnten wir auch diesmal nicht aus den vollen schöpfen (Dennis: Klassentreffen oder irgendwas anderes unwichtiges; Robby: weiterhin im Aufbautrainingslager in Gaborone, Botswana), zum anderen hatten die Tiengener noch kein Spiel bestritten und waren daher schwer einzuschätzen. Doch eine Mannschaft wie der Tc Nicolai fand darauf Antworten und konnte Altmeister und Dauerbrenner Jochen Haake sowie Neuzugang Christian Strick für das Spiel gewinnen. So konnte in der Raucherkarre vom Strick und im „Colt für alle Fälle“ zuversichtlich nach Tiengen gefahren werden.

Fabian Pfaff, Julien Wigishoff und Christian Strick eröffneten an den Positionen 2,4 und 6 den Spieltag. Pfaff startete etwas beschwerlich ins Match, auch weil sein Gegner erkannte, dass er eigentlich keine Rückhand hat, und verlor den ersten Satz mit 3:6. Doch dann kam der Materialexperte besser ins Spiel und holte sich Satz zwei mit dem gleichen Ergebnis. Der Matchtiebreak musste demnach die Entscheidung bringen. Dieser war an Spannung kaum zu überbieten: Paff wehrte bei 8:9 einen Matchball ab, gewann aber schlussendlich mit 11:9 und holte den ersten wichtigen Punkt.

Pfaff: „ Im Gegensatz zum VFB Stuttgart habe ich diese Siegermentalität, dieser ich im Matchtiebreak bewusst geworden bin. Somit konnte ich das Ding noch drehen.“

An Position vier ging Mannschaftsführer Julien Wigishoff an den Start. Man merkte ihm an, dass er nach dem schlechten Saisonstart Widergutmachung betreiben wollte. Er zeigte eine gute Leistung und 

hatte seinen Gegner bis zum 6:4/4:3 im Griff, doch einige unglückliche Punkte kosteten ihm den Satzverlust. Somit musste auch hier der Matchtiebreak entscheiden. Auch hier war das Glück nicht auf seiner Seite und er verlor mit 6:10.

Wigishoff: „Bittere Niederlage in einem engen Match, aber ich hoffe, dass sich meine salzarme Ernährung bald auszahlen wird und ich der Mannschaft dann auch mal im Einzel helfen kann.“

An Position 6 feierte Neuzugang Christian Strick nicht nur sein Debut, sondern auch seinen Einstandssieg. Mit knallharten Aufschlägen und extrem austrainiertem Fitnesszustand ließ er seinem Kontrahenten beim 6:3/6:2 keine Chance.

Strick: „Wochenlang brannte ich auf den Einsatz, stellte sogar für knapp 10 Minuten das Rauchen ein. Es hat sich gelohnt!!“ 

 

Somit ging der TCN mit einem 2:1 in die zweite Runde. In dieser versuchte Haake einen etablierten ATP-Profi zum Verzweifeln zu bringen. Aufopferungsvoll kämpfend verlangte er seinem Gegner einiges ab, verlor am Ende jedoch klar in zwei Sätzen.

Haake: „Gegen einen ATP-Spieler kann ich in meinem Alter einfach nicht mehr mithalten. Ich spiele aber trotzdem gerne in dieser Mannschaft, auch und vor allem weil ich mich ja eigentlich noch viel jünger fühle.“

An Position drei schlug Sport- und Platzwart Dominik Bertsche auf. Letzte Woche unterfordert, hoffte er diesmal auf einen Gegner. Doch diese Hoffnung wurde früh zerstört. Nach gefühlten zwölf Minuten holte er sich den ersten Satz mit 6:0. Auch im zweiten Satz ließ er nicht locker und sicherte sich diesen mit 6:2. Sichtlich enttäuscht von der Spielstärke seiner Gegner trappte er vom Platz, wohlwissend dass er durch sein LK1-Niveau (vorallem auf der Vorhand) wahrscheinlich kein enges Match bestreiten wird.

Bertsche: „Ich war mit dem Einspielen fertig, da stand es schon 6:0/ 5:2. Naja, nächstes Jahr in der Oberliga hoffe ich endlich mal gleichwertige Gegner zu bekommen…“

 

An Position 5 schlug Hamburger und Halbspanier Sebastian Hellmeier auf. Auch er beherrschte seinen Gegner nach Belieben und konnte  durch ein in allen Belangen überragendes Spiel einen 6:1/6:1 Sieg feiern. Die Zuschauer draußen trauten ihren Augen nicht. Gemurmel auf den Rängen machte sich breit: „Warum spielt denn der in dieser Liga? Der muss doch eigentlich viel höher spielen. So einen Spieler habe ich in dieser Liga noch nie gesehen!“ es waren Worte, die Hellmeier ganz seriös aufnahm:

„Heute habe ich eine ganz normale Leistung gebracht. Ich habe aber auch gemerkt und von vielen Seiten bestätigt bekommen, dass ich einfach zu gut für diese Liga bin. Daher werde ich mich nach anderen Vereinen umschauen, vielleicht Markdorf, vielleicht aber auch die erste des Tc Grün-Weiß Mannheim. Mal schauen.“

 

Mit einem 4:2 ging es somit in die Doppel. Unserer Doppelstärke bewusst, stellten wir drei gleiche Doppel auf, von denen aber das Doppel Strick/ Wigishoff noch einmal herauszustechen wusste. Mit einer konzentrierten Leistung und einer stark ausgeprägten Netzabdeckung von Strick sicherte sich das Duo mit 6:3/ 6:1 den Sieg. Der Gesamtsieg stand also fest!

Da auch das Doppel von Bertsche und Halbprofi Hellmeier schnell mit 6:1/6:1 über die Bühne ging, lag das volle Augenmerk auf den Einserdoppel Haake/ Pfaff. Gegen starke Gegner zeigten sie eine überaus gute Leistung und konnten das Doppel im Matchtiebreak für sich entscheiden.

Somit stand ein am Ende auch in dieser Höhe verdienter 7:2 Auswärtssieg, der die Tabellenführung festigte und weitere Aufstiegsträume am Leben hält. Denn eines ist klar: Spieler wie Sebastian Hellmeier kann man nur mit einem Aufstieg möglicherweise beim TCN halten!

 

Die erste Herrenmannschaft bestreiten auf der „Reise in die Oberliga“ am kommenden Sonntag, 19.6, ihr erstes Heimspiel dieser Saison und trifft dabei auf keinen geringeren als die auch noch ungeschlagene erste Mannschaft des Tc Radolfzell. Entsprechend wird es zu einem richtigen „Showdown“ am Turbenried kommen. Wir würden uns daher sehr über zahlreiche Zuschauer und Unterstützung auf unserer wunderschönen Anlage freuen.

 

Die 1. Herrenmannschaft

 05.06.2016

Auftaktsieg im Stadtderby

Die 1. Herren des TC Nicolai schlagen den TC Konstanz mit 6:3




Nach intensiver Vorbereitung am Gardasee stand war am vergangenen Sonntag der lang erwartete Saisonauftakt für die 1. Herren des TC Nicolai an. Der erste Gegner der Saison war ausgerechnet der Stadtrivale TC Konstanz, der in der vergangenen Saison den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Bezirks 4 geschafft hatte, und an Erfolge längst vergangener Tage anknüpfen wollte. Ein Lackmustest also für die Spieler des TC Nicolai in Spiel eins nach der (temporären) Abgabe von David Rebholz.

 

Personell konnte das Team aus den Vollen schöpfen. Vom Geist von Riva beseelt waren bis auf Robert Uwira, der Trainingsvorsprung abbauen musste, alle Spieler einsatzbereit und heiß auf den ersten Spieltag. Am Tag zuvor war noch in einer Pressekonferenz, die überregionale mediale Aufmerksamkeit erfahren hatte, das Saisonziel festgelegt worden: Tabellenerster der 1. Bezirksliga, Alter.

 

Die Mannschaftsaufstellung versprach geballte Qualität. Für den TCN traten an: Beermann, Pfaff, Bertsche, Wigishoff, Hellmeier und Hamm. Kurzzeitig sah es so aus, als ob das Wetter eine Verschiebung des Spieltags notwendig machen würde und aufgrund anhaltender Regenfälle verzögerte sich der Spielbeginn. Unterdessen diskutierte die Mannschaft über alternative Spieltermine und die Durchführung der Matches in der Halle des TCK. Mannschaftsführer Wigishoff stellte hierbei seine Führungsqualitäten unter Beweis, indem er sich selbst zurücknahm, die Debatte zurückhaltend moderierte und so sicherstellte, dass die Interessen eines jeden Spielers berücksichtigt wurden. Nicht. Nach einiger Zeit entschied man sich dazu, das Spiel mit dem Match Pfaff-Hrusovsky in der Halle zu beginnen.

 

Aufgrund einer etwas verkürzten Vorbereitungsphase und einem relativ kurzfristigen Materialwechsel mit noch unbekannten Folgen, wusste niemand so genau, was von Pfaff zu erwarten war. Ein vergessenes Handtuch des wie er von sich selbst sagt „sehr sensiblen“ Spielers trug zur Beunruhigung der Außenstehenden bei. Völlig zu Unrecht! Direkt im ersten Spiel konnte Pfaff mehrere Breakchancen abwehren und ab da seine Souveränität vollkommen ausspielen. Es sollte sich zeigen, dass die auf der Pressekonferenz getätigte Aussage, dass sich niemand über seinen Fitnesszustand Gedanken machen müsste, Bestand hatte. Mit flinken Beinen und druckvollen Schlägen ließ er seinem Kontrahenten, der sich zwischenzeitlich eine Verletzung am Oberschenkel zuzog, keine Chance und siegte klar mit 6:2 und 6:1.

 

Da die Außenplätze mittlerweile wieder bespielbar waren, wurden die Partien der ehemaligen Spieler des TC Konstanz und mittlerweile TC Nicolai Urgesteine Wigishoff und Hamm draußen ausgespielt. Hamm bekam es an Position 6 mit Christoph Schwalenberg zu tun, ein Duell zwischen zwei Tenniskonstanten in Konstanz stand also an. In einem Duell auf Augenhöhe erwischte Hamm den besseren Start und entschied den ersten Satz für sich. Anschließend verlor die Partie etwas an Qualität und der zweite Satz ging an Schwalenberg. Im anschließenden Match-Tiebreak zeigte Hamm seine Kaltschnäuzigkeit und durchkreuzte mit seinem Sieg den Matchplan des TC Konstanz. Mit gebotenem Respekt feierte Hamm diesen wichtigen Sieg gegen seinen Ex-Club.

 

Im dritten Einzel des Tages bekam es Mannschaftsführer Wigishoff mit neu-TCKler Charles zu tun. Aufgrund einer polarisierenden Performance im Trainingslager, die durch großes Engagement, aber auch durch Eskapaden auf (#Volleylobs) und neben dem Platz (#BallDose) gekennzeichnet war, wurde Wigishoffs Partie besondere Aufmerksamkeit zuteil. Lange Zeit sah es so aus, als ob das Konstanzer Urgestein seinen Gegner fest im Griff hätte und so lag er deutlich 6:1 in Führung, doch im zweiten Satz wendete sich das Blatt. Und das obwohl Wigishoffs Gegner über weite Strecken eine wenig inspirierende Leistung bot und sein Spielgerät das ein oder andere Mal als Sitzgelegenheit zweckentfremdete. Diese gleichgültige Spielweise überforderte Wigishoff, dem abseits des Platzes auch viele Dinge ziemlich egal sind, vollkommen. Nach Verlust des Match-Tiebreaks stellte er konsterniert fest: „Trotz intensiver Vorbereitung mit dem Eurosport-Player und einer Videoanalyse aller Spiele meines Idols, Dustin Brown, konnte ich meine Leistung heute einfach nicht abrufen.“ Nach Spielende gab sich Wigishoff selbstkritisch: „In Zukunft muss ich einfach weniger über den Automaten und die Kräuter, sondern wieder mehr über die Leistung kommen.“

 

Zeitgleich fand das Spitzenspiel des Tages Beermann gegen Staib statt. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit und einem frühzeitigen Break gegen sich, fand Beermann Mitte des ersten Satzes zu seinem Spiel und verlangte dem Konstanzer Einkauf aus Stuttgart alles ab. Beermann verwickelte seinen Gegner in lange Ballwechsel, aus denen er ein ums andere Mal als Sieger hervorging. Letztlich konnte er den frühen Rückstand nicht mehr aufholen und gab den ersten Satz 4:6 ab. Hoch motiviert ging Beermann in den zweiten Satz, konnte jedoch das Spiel nicht mehr drehen. Von den eigenen Fähigkeiten überzeugt, kündigte er nach Spielende an, ab jetzt kein Spiel mehr an Position eins zu verlieren. Dazu Mannschaftsführer und Chefanalyst Wigishoff: „Die Chancen, dass Beermann kein Match mehr verliert, stehen 50:50.“

 

Im fünften Einzel des Tages ging Sebastian Hellmeier gegen Henning Bohn an den Start. Im Trainingslager hatte Hellmeier noch in Sonderschichte unter Drill-Instuctor Uwira geknechtet, um sich die nötige Returnstärke zu erarbeiten. Den verkorksten Saisonstart zwei Jahre zuvor noch im Kopf begann Hellmeier das Match hochmotiviert. Nach wackligem Start gewann er die Oberhand und zwang Bohn mit seiner starken Vorhand zu Fehlern. Der erste Satz endete schließlich 6:2. Im zweiten Satz reduzierte Bohn die Fehleranzahl und bei Hellmeier schlich sich der ein oder andere Fauxpas ein. Und so wurde es eng im zweiten Satz. Doch beim Stand von 6:5 servierte Hellmeier den ersten Matchball in Boris-Becker-Manier unerreichbar nach Außen. „Mit diesem Sieg habe ich gezeigt, dass die einjährige Schaffenspause in der vergangenen Saison die richtige Entscheidung war“, so Hellmeier nach dem Spiel.

 

Im letzten Einzel des Tages bekam es Dominik Bertsche mit Marc-Andre Fiedler zu tun. Bertsche, Vielspieler, passionierter Court-Buggy-Fahrer und heimlicher Kopf der Mannschaft, hat Großes vor in dieser Saison. Im mannschaftsinternen Duell verwies er Wigishoff auf Position 4 der Meldeliste. Diese Ambitionen unterstrich er eindrucksvoll im ersten Match der Saison. In einem taktisch geprägten Spiel unterliefen ihm kaum Fehler und so trieb er seinen Gegner schier zur Verzweiflung. Dieser versuchte gegen Ende des Spiels vergeblich, den Nicolaier Allrounder mit Mondbällen aus der Ruhe zu bringen. Und so siegte Bertsche hochverdient mit 6:0 6:2. An dieser Stelle soll auch die starke Leistung des Neu-Nikolaiers Christian Strick hervorgehoben werden, der trotz kräfteraubender Feierei die Spieler ordentlich von der Seitenlinie einpeitschte.

 

Durchaus zufriedenstellend aus Sicht des TC Nikolai ging es also beim Zwischenstand von 4:2 in die Doppel. Das Doppeltraining war ein Trainingsschwerpunkt des vergangenen Trainingslagers und so wartete der TCN mit drei außerordentlich starken Doppel auf.

 

Im Spitzendoppel sollte eine ziemlich exotische Doppelpaarung den Sieg für den TCN einfahren. Mit Beermann und Wigishoff kam es zu einer Paarung die gegensätzlicher nicht sein könnte. Auf der einen Seite Vollblut-Rationalist Beermann, Inbegriff der Konstanz, der seine Gegner normalerweise hyänenartig in die Enge treibt, um sie dann schachmatt zu setzten. Auf der anderen Seite Wigishoff, das kreative Chaos, völlig unberechenbar, der ein Leben am Limit und darüber hinaus führt. Genau diese besondere Mischung war es, die den TCKlern das Leben schwermachte. Beide ergänzten sich perfekt und übernahmen die Stärken des anderen. So setzte Beermann den Wigishoffschen Spezialschlag, den Volleylob, erfolgreich ein, und Wigishoff spielte geduldig und konzentriert. Schließlich gewannen die beiden in einem spannenden und engen Spiel im Tiebreak des zweiten Satzes.

 

Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel jedoch bereits entschieden. Im zweiten Doppel bezwangen Bertsche und Hellmeier ihre Gegner souverän mit 6:2 6:3. Ganz im Gegensatz zum Einzel servierte Hellmeier souverän und Bertsche agierte flink am Netz. Die Gegner fanden keine Antwort auf die schnellen und präzisen Schläge.

 

Zu guter Letzt, wollten Pfaff und Hamm den Sieg des TCN im dritten Doppel perfekt machen. Mit Bohn/Schwalenberg trafen sie allerdings auf ein gut eingespieltes Doppel. Hamm, der sich im Vergleich zum Einzel deutlich verbessert zeigte, spielte seine Doppelstärke aus und so ging der erste Satz klar an den TCN. Im zweiten Satz konnten die Gegner die Oberhand gewinnen und so entschieden ein paar wenige Punkte im Match-Tiebreak die Partie zugunsten des TCK.

Das Spiel endete somit 6:3 aus Sicht des TC Nikolai und im Anschluss wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.


Der Grundstein für eine erfolgreiche Saison ist also gelegt und das erste Lokalderby ist gewonnen, die Vorfreude auf ein weiteres rassiges Derby im Juli ist bei allen Spielern aber auch deutlich spürbar. Im zweiten Spiel der laufenden Saison treffen die Siegertypen des TC Nicolai auf die Mannschaft des TC RW Tiengen. Abermals eine große Herausforderung, aber mit dem Geist von Riva im Rücken sind alle Spieler zuversichtlich, auch diese zu meistern.